Weihnachtswunsch!

Hallo ihr Lieben, nun haben wir den Weihnachtstag hinter uns. Seit Wochen stieg täglich die Spannung bei den Kindern. Die Vorfreude war, wie jedes Jahr, riesig.

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Das Wetter ließ gestern zwar zu wünschen übrig, es hat wie heute nur geregnet, aber dennoch lag irgendwie etwas Besonderes in der Luft. Da alles bereits eingekauft war, begann unser Weihnachtstag sehr gemütlich. Mein Mann schlief lange. Er genießt seine freien Tage. Sein diesjähriges Menü bedurfte keiner großen Vorbereitung.

Die Kinder waren erstaunlich friedlich. Sie blieben sogar oben in ihren Zimmern, damit ich noch einmal in Ruhe unten putzen konnte. Durch das Schmuddelwetter trugen die Tiere doch viel Erde aus dem Garten mit ins Haus.

Ab 14 Uhr wurde es lebendig. Philipp stand in der Küche. Er bereitete die Ente und Beilagen zu. Es ist bei uns Tradition, dass er das Weihnachtsessen kocht. Braten sind eindeutig seine Spezialität. Ich kann dafür besseren Nachtisch und Kuchen zaubern. Natürlich lag Brutus, unser Hund, strategisch günstig dort mitten im Wege, denn das ein oder andere viel ihm, wie im Schlaraffenland, passend vor seine Schnauze.  

Nun wurden auch die Jungs unruhig. Sie zählten die Minuten rückwärts. Permanent kam die Frage:“ Können wir die Bescherung nicht vorverlegen?“. Unseren Katern war das zu turbulent. Sie verzogen sich ins Elternschlafzimmer.

Während all dieser Vorbereitungen musste ich an früher denken, als ich noch Kind war. Da kamen die Großeltern mütterlicherseits mit Onkel bereits früh. Opa saß damals gemütlich im Wohnzimmer und rauchte Zigarre. Oma stand mit Mama in der Küche. Die beiden haben stets wundervolle Menüs gezaubert. Und Onkel Hanno  und  Papa liefen mit uns Kindern zuerst spazieren. Wir hielten dabei Ausschau nach dem Christkind. Später hielt  uns unser Onkel bei Laune. Besonders gerne erinnere ich mich dabei an die Vorlesestunden. Papa richtete in dieser Zeit mit Mama das Gabenzimmer her. Natürlich heimlich, denn wir Kinder dachten ja, der Weihnachtsmann kommt durch den Kamin geklettert. So vergingen die Nachmittage stets wie im Fluge.

Am frühen Abend  kamen dann die anderen Großeltern, sowie die restlichen Tanten und Onkel zu besuch. Wir waren immer sehr viele, die zusammen gefeiert haben. Zuerst wurde gesungen. Oma Margarete spielte mit Begeisterung Klavier, während wir anderen darum herum  standen und sangen. Das fand ich immer unheimlich schön. Dieses ZUSAMMEN! Nach dem Gesang gab es die Bescherung. Oh, wie es immer funkelte. Unser Baum trug stets echte Kerzen. Papa hatte zur Sicherheit hinter dem Baum mindestens zwei große Eimer mit Wasser und einen Feuerlöscher stehen. Zum Einsatz kamen sie in all den vielen Jahren nie. Und nach der Bescherung saßen wir an unserem großen, langen Tisch im Wohnzimmer und aßen. Für Mama war das der stressigste Teil des Tages. Sie lief ständig in die Küche, um nachzufüllen oder einen neuen Menü Gang zu holen. Ihr Ehrgeiz, etwas ganz Besonderes zu kochen,  übertraf sich fast jährlich.  

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Heute vermisse ich diese Zeit. Dieses zusammen sein. Heute leben alle aus der Familie in anderen Städten, quer über Deutschland verteilt. Heute feiert jeder für sich.

Meine Kinder kennen dieses ZUSAMMEN sein gar nicht. Dieses Gefühl, eine große Familie zu sein. Wie gerne würde ich ihnen das Erlebnis einmal zeigen. Das Besondere!

Ich habe mir deshalb als Vorsatz gemacht, 2017 zu versuchen, die Familie zusammenzuführen. Vielleicht klappt es  ja. Ich weiß, dass es nicht einfach werden wird, denn die Tanten müssen ihre Hunde mitbringen oder gut unterbringen. Die Großtanten haben ihre Kinder und Enkel. Meine Eltern können nicht dabei sein, denn Mama sitzt im Himmel und schaut an Weihnachten zu uns herunter, und mein Vater hat mit mir vor vielen Jahren den Kontakt abgebrochen. Genauso schwierig ist es mit der Schwiegerseite. Dort bin ich diejenige, die nicht gerne gesehen ist.

Aber das soll mich nicht abschrecken. Vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr möglichst viele von der Familie an einen Tisch zu bekommen. Der Gedanke daran zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Ist es nicht so: Weihnachten ist das Fest der Liebe und Wunder geschehen?

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8 comments on “Weihnachtswunsch!

  1. Wundervoll! Diese Erinnerungen an riesige ZUSAMMEN-Feste habe ich auch. Herrlich! Alleine bei der Goldhochzeit meiner Großeltern waren wir über 90 Personen. Und nachdem wir im Lokal waren, gab es Kaffee und Kuchen bei uns daheim – das war eine Tafel! Es war eng, stressig und herrlich zugleich! Meine Kinder haben dieses ZUSAMMEN schon einige Male erlebt, wenn auch kleiner. Ich drücke dir feste die Daumen! Das wird wundervoll!

    LG
    Petra

    1. Danke, liebe Petra. Meine Erinnerungen sind auch durchweg positiv. Meine Schwester ist schon dabei. Bei den anderen muss ich rechtzeitig vorsprechen. Da sind bestimmt noch mehr an den gemeinsamen Tisch zu bekommen. Es ist eben für die meisten eine Reise von Süd- nach Norddeutschland. Aber mit einer guten Planung machbar.

  2. Wir waren auch eine große Familie mit einpaar kleinen Traditionen. Am Heiligabend, gab es immer Kartoffelsalat mit Würstchen. Der Baum war so kunterbunt…mit Schokokringel dran und extra einem Würstchen, für unseren Hund angebunden An den Weihnachtstagen, gab es immer einen großen Puter..die Flügel hat immer Papa als erster bekommen. Ach …und als Nachtisch, gab es Wackelpudding mit Vanillesoße. Herrlich. .ich hab immer auf die große Schüssel gewartet. Durfte daraus essen. Damals, waren wir noch als Familie zusammen. Heute, geht jeder seinen eigenen Weg. Als meine Kinder ganz klein waren,hatte meine Mama, immer einen Weihnachtsmann, vom Arbeitsamt bestellt Für 50 Mark. An einem Heiligabend, ist es leider alles aus dem Ruder gelaufen. Meine Schwester, die auch noch die Patentante, meiner Tochter ist. .hat einen so dummen Kommentar abgegeben, das ich beschlossen hatte, da nicht mehr mit zu machen. Die Kinder, hatten dem Wehnachtsmann immer etwas vorgesungen oder ein Gedicht aufgesagt. Meine älteste Tochter, war drei Jahre alt und hatte bitterlich geweint. Sie hatte große Angst vor dem Weihnachtsmann. Meine Schwester sagte zu ihr. ..,,Wenn du so albern bist,hab ich dich nicht mehr lieb “ Das ging für mich garnicht.! Also habe ich beschlossen, dass meine Kinder nicht zur Belustigung meiner Familie da sind und bin nie wieder dabei gewesen. Sogar beim einkaufen, hatte meine Tochter Angst vorm Weihnachtsmann. Das konnte ich so nicht hinnehmen. Es tat mir richtig weh, sie so weinen zu sehen. Dann habe ich ihnen erklärt, dass es eine wunderschöne Geschichte sei, aber der echte Weihnachtsmann, keine Zeit hat hier her zu kommen. Das ist nicht der echte. der hat eine Jeans unter dem Kostüm an…und solche Schuhe trägt der echte auch nicht! Seit dem hatte keiner mehr Angst. Wir vier, machen seit dem unser eigenes Ding. Es geht uns einfach gut dabei! !! Trotzdem, finde ich es wunderbar, wenn man Traditionen beibehalten kann und möchte. Darum wünsche ich dir von Herzen, dass Du deine Familie zusammen bekommst und es ein tolles Fest wird

    1. Meine liebe Gisela, ich bin total entsetzt…. Wie gemein und vor allem asozial ist denn das? Und das bei der eigenen Familie! Das tut mir von Herzen leid! Gut, dass du es geschafft hast, dich zu distanzieren. Manchmal sind Freunde die bessere Wahl! Ich drücke dich ganz doll!

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