Selfies

Der siebte Fall für Carl Mørck

 

Fakten:

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München

Erscheinungsdatum: 10. März 2017

Umschlaggestaltung: dtv unter der Verwendung eines Fotos F1online/Westend61/Stefan Kranefeld

Satz: Greiner & Reichel, Köln

Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN: 978 – 3 – 423 – 28107 – 2

 

Gedruckt auf säurefreiem, chlorfrei gebleichtem Papier

 

Über den Autor:

Jussi Adler-Olsen veröffentlicht seit 1997 Romane, seit 2007 die erfolgreiche Serie um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Mit den Thrillern  „Erbarmen“, „Schändung“, „Erlösung“, „Verachtung“, „Erwartung“ und „Verheißung“ sowie mit seinen Romanen „Das Alphabethaus“  und „Das Washington Dekret“ stürmte er die internationalen Bestsellerlisten. Seine vielfach preisgekrönten Bücher erschienen in über 40 Ländern und werden mehrfach verfilmt.

Blick ins Buch:

„Vizepolizeikommissar Carl Mørk wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalles von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten cold case, aus dem sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Ausgerechnet jetzt geht es Cals Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grausamen Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Rose kämpft mit aller Macht dagegen an – und gegen das Dunkel in dem sie zu ertrinken droht. Welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem  starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben?

Covergestaltung:

Auf einem dunklen in Lila gehaltenen Hintergrund ist im Vordergrund ein Tau zu sehen, das nur noch durch eine dünne Faser zusammengehalten wird. In der Farbe Lila trifft Blau auf Rot – Männlich auf Weiblich, Wasser auf Feuer, Frieden auf Krieg, Himmel auf Erde und Geist auf Körper.  Die Farbe Lila steht unter anderem für das seelische Gleichgewicht und wird als therapeutische Unterstützung  bei tiefenpsychologischen Problemen eingesetzt.  Lila dient als Heilfarbe des Geistes. 

Da in dieser Folge Rose in den Fokus genommen wird, passt die Gestaltung des Bucheinbandes hervorragend zum Inhalt.

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Aufbau und Schreibstil:

„Selfies“ umfasst, nach bekannter Adler-Olsen Art, 566 Seiten.  Das Buch ist in einen Prolog, 55 Kapitel und einen Epilog gegliedert. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Die Dialoge sind  logisch und ansprechend.  Wieder besteht die Geschichte aus parallel verlaufenden Handlungssträngen, die mit Blicken in die Vergangenheit kombiniert sind. Somit erfährt der Leser mehr, als die Ermittler ahnen, was Mutmaßungen ermöglicht, wohin der Verlauf der Story gehen könnte.

Meine Meinung:

Die vordergründige Story um die drei jungen Frauen Michelle, Denise und Jasmin hat mir sehr gut gefallen. Durch sie wird eine gewisse gesellschaftliche Entwicklung der heutigen Zeit perfekt skizziert. Die drei könnten auch die Namen „Flatterhaftigkeit“, „Gedankenlosigkeit“ und „Gleichgültigkeit“ tragen. Die Frauen haben alle noch nicht den Sinn ihres Erdendaseins erkannt, versuchen aber  durch  Selfies soziale Bestätigung und Aufmerksamkeit zu erlangen.  Ihr Zusammenschluss setzt eine dynamische Energie frei, die die Frauen in ihrem Eigennutz bestärkt und bewirkt, sogar das Risiko über Leichen zu gehen zuzulassen.

Es wäre nicht Adler-Olsen, wenn er diesem Trio nicht eine passend zugeschnittene Antagonistin entgegengestellt hätte. Sie wird wundervoll widersprüchlich und kontrastreich in Szene gesetzt.

In diesen Handlungsstrang hinein flichtt der Autor eine Mordermittlung mit Verbindung zur Vergangenheit und das dunkle Geheimnis von Rose, das in dieser Folge ans Tageslicht gehoben wird. Endlich erfährt der Leser, warum Rose ihre gespaltene Persönlichkeit besitzt. Die vielen Fragen,  die in den vergangenen Büchern bezüglich dieser Ermittlerin bei mir  entstanden sind, werden nun beantwortet.  

Fazit:

Für eingefleischte Dezernat Q Fans, wie mich, ist „Selfies“ eine große Bereicherung. Die mittlerweile gewachsene Vertrautheit, die zwischen Carl und Assad besteht, überträgt sich auf den Leser. Ich habe das Gefühl entwickelt, wir alle sind „eine große Familie“, die gemeinsam durch Dick und Dünn geht. Carls Sorge um Rose ist absolut glaubwürdig dargestellt und beleuchtet den sonst knurrigen Kommissar von einer ganz anderen Seite. Dadurch, dass Rose Schicksal offenbart wird, steigert sich diese Intimität. Ich freue mich bereits heute auf den 8. Fall, der Assad in den Fokus setzen wird.  

Mir hat das Lesen der Druckfahne, die ich vom dtv Verlag erhalten habe, großen Spaß bereitet. An dieser Stelle noch einmal meinen ganz herzlichen Dank dafür!

Wer allerdings mit dem dänischen Ermittlerteam nicht vertraut ist, wird  vermutlich  die inhaltlichen Zusammenhänge nicht so einfach nachvollziehen können . Jussi Adler-Olsen hat nun mit dem Zusammenfügen der Vergangenheit begonnen, was meiner Meinung nach Kenntnisse darüber voraussetzt. Deshalb mein Tipp für Quereinsteiger: Lest die Buchbände in chronologischer Reihenfolge.  Werdet so auch ein Teil der „großen Familie „! Wem das Gesamtverständnis nicht so wichtig ist, hat mit „Selfies“ durchaus auch so seinen Lesegenuss. 

 

 

2 comments on “Selfies

    1. Guten Morgen,meine liebe Katrin. Müssen tust du es nicht. Der Thriller ist verständlich geschrieben, aber ich finde es für den Leser leichter, wenn sie/er weiß, wörüber sich die Ermittler „unterhalten“. Jussi Adler-Olsen lässt Charaktere aus vergangenen Bänden agieren. Wer diese nicht kennt, hat weniger Verständnis für den Inhalt.

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