Schwarzer Lavendel

Fakten:

Verlag: Ullstein Buchverlag GmbH, Berlin

Erscheinungsdatum:  April 2016

Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München

ISBN: 978 – 3 – 548 – 28701 – 0

Blick ins Buch:

„In der Provence ticken die Uhren langsamer. Daran gewöhnt sich der deutsche Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter nur schwer. Jetzt beginnt rund um das Städtchen Le Lavendou gerade die Weinlese, und zu seiner eigenen Überraschung wird Ritter selbst Besitzer eines kleinen Weinbergs. Aber die Freude darüber währt nur kurz, denn statt edler Reben wird auf dem Grundstück eine mumifizierte Frauenleiche entdeckt. Der detailversessene Ritter erkennt schnell: Die Tote wurde professionell einbalsamiert. Als eine weitere junge Frau als vermisst gemeldet wird, findet Ritter heraus, dass beide Frauen für die Weinernte in die Provence kamen. Macht jemand Jagd auf junge Erntehelferinne?“

 

Über den Autor:

Remy Eyssen (Jahrgang 1955), geboren in Frankfurt am Main, arbeitet zunächst als Redakteur bei der Münchner Abendzeitung, später als freier Autor für Tageszeitungen und Magazine. Anfang der 90er Jahre entstanden die ersten Drehbücher. Bis heute folgten zahlreiche TV-Serien und Filme für alle großen deutschen Fernsehsender im Genre Krimi und Thriller.

Remy Eyssen hat für den Ullsteinverlag bereits das Buch Tödlicher Lavendel geschrieben

 

Cover:

Auf dem Einband ist ein großes Lavendelfeld zu sehen. Da der Krimi zur Wein- und Lavendelerntezeit in der Provence spielt, ist das Bild somit für mich zum Inhalt  passend gewählt. Der Titel „Schwarzer Lavendel“ ist symbolisch zu sehen, da die Erntezeit für mindestens eine junge Frau den Tod brachte.  

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Aufbau und Stil:

Das Buch besteht aus einem Prolog und 84 Kapiteln. Der Fall wird chronologisch geführt.Der Schreibstil ist flüssig und beschwingt. Die Konversation leicht, spritzig und unterhaltsam.Der Spannungsbogen, der von Anfang an aufgebaut wird, ist bis zum Ende des Buches durchgehend konstant.

 

Meine Meinung:

Der Krimi „Schwarzer Lavendel“ ist der 2. Fall der Kriminalserie, aber für mich der erste „Ritter-Fall“. Dennoch konnte ich der Handlung problemlos folgen. Die wichtigsten Informationen, die der Leser benötigt, um zu wissen, warum Dr. Ritter in der Provence lebt und arbeitet, werden geschickt in den Roman eingeflochten. Es ist somit nicht zwingend notwendig, den Vorgänger zum Buch zu kennen.

Der Kriminalfall erinnert mich etwas an das Kinderspiel „Topfschlagen“. Der Suchende bekommt die Augen verbunden und muss sich dann durch Zurufe der anderen Mitspieler im Raum orientieren, um den versteckten Schatz zu finden. Dabei signalisiert das Wort „Wärmer“, dass sich der Suchende dem Zielobjekt nähert.

Ähnlich ist es bei Dr. Ritter. Eine mumifizierte Frauenleiche wird gefunden. Woher sie kommt, wer sie war, wie sie gestorben ist, muss Dr. Ritter herausfinden. Dabei tappt er zunächst im Dunkeln. Seine Untersuchungen führen vorerst nicht weiter. Erst durch die Mitarbeiter des parallel zu ihm arbeitenden Polizeiteams, nähern sich  die Ermittelnden der Antwort. Und dann kommt die Vermisstenanzeige. Gemäß dem Motto „Neues Spiel, neues Glück“ beginnt alles erneut. Dabei ziehen konzentrische Kreise immer größere Bahnen. Der Fall wird zunehmend komplexer.   

„Schwarzer Lavendel“ ist sehr anschaulich geschrieben. Ich konnte den Fall vor meinem inneren Auge miterleben. Fast wie bei einem Fernsehfilm wechseln die Schauplätze, aber der rote Faden, der durch die Geschichte führt, bleibt erhalten.

Dr. Ritter ist ein sehr sympathischer Mann. Er ist äußerst gewissenhaft bei der Arbeit. Besonders gefiel mir, dass er auf sein Bauchgefühl hört. Er ist empathisch und ermittelt mit Herz und Feingefühl.

Aber auch privat besitzt er Einfühlungsvermögen. Die  sechzehnjährige Tochter seiner Vermieterin findet in ihm einen guten Berater und wahren Freund.  

Seine Vermieterin, Isabelle Morell, ihres Zeichens stellvertretende Polizeichefin, findet die ihn umgebende Aura, ebenfalls zunehmend anziehend.

Neben den Mordfallermittlungen bekommt der Leser ein eindrückliches Bild vom Leben in der Provence. Die Gemütlichkeit der Dorfbewohner wird anschaulich dargestellt. Ich verspürte sofort den Wunsch, mir den Schauplatz der Geschichte wahrhaftig anzusehen.

Dr. Ritter ist der Fremde, der dennoch akzeptiert und angenommen wird. Die deutsche Pünktlichkeit und Ordnungsliebe des Rechtsmediziners stößt im Dorf auf Langsamkeit und Ungezwungenheit. Die Art und Weise des Miteinanders finde ich äußerst charmant und liebenswert.

 

Fazit:

Der Krimi ist von der ersten Seite an fesselnd geschrieben. Auch wenn nicht das Blut spritzt, ist der Fall so aufgebaut, dass der Leser darauf brennt zu erfahren, wie es weiter geht. Äußerst geschickte wechseln sich Lösungsweg und Sackgassen im Kriminalfall ab, so dass das Buch zu keinem Zeitpunkt langweilig oder langatmig wird. Die sympathischen Protagonisten tragen ebenfalls ihren Teil zu diesem gelungenen Werk bei.       

Das Buch erhält deshalb von mir 5 von 5 möglichen Punkten

 

Herzlichen Dank an das Team von vorablesen.de und den Ullsteinverlag, dass ich den Krimi lesen und rezensieren durfte.

 

 

 

 

4 comments on “Schwarzer Lavendel

  1. Hey, wirklich eine tolle Zusammenfassung ohne zu viel verraten!
    Das Buch hört sich wirklich sehr spannend an. Mal schauen, ob es das bei uns in der Bibliothek gibt! 🙂

    Gruß Annika

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