Remember Mia

Fakten:

Genre: Thriller

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München

Deutsche Erstausgabe:  2016

Titel der amerikanischen Originalausgabe:  Remember Mia

Umschlaggestaltung: Lisa Höfner

ISBN: 978 – 3 – 423 – 26101 – 2

 

Über die Autorin:

Alexandra Burt ist in Fulda geboren und zog nach einem Studium der Betriebswirtschaft in die USA. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Texas und schreibt auf Englisch. Dies ist ihr erster Roman.

 

Blick ins Buch:

„Eine junge Frau erwacht in einem Krankenhausbett und weiß nicht, wie sie dorthin gekommen ist. Nach Auskunft der Ärzte hatte Estelle einen Autounfall und wurde am Grunde einer Schlucht aus ihrem verunglückten Wagen geborgen – schwer verletzt. Doch nicht alle Verletzungen stammen vom Unfall. Es ist auch eine Schussverletzung dabei. Hat jemand versucht sie  zu töten? Oder …. wollte sie Selbstmord begehen? Estelle kann sich an nichts erinnern, und erst langsam dringt die wichtigste Frage in ihr Bewusstsein: Wo ist Mia, ihre sieben Monate alte Tochter?

 

Covergestaltung:

Der Bucheinband ist Schwarz. Der Buchtitel ist in Großbuchstaben mittig platziert. Darüber schwebt ein in Orange/Gelb gehaltener Schmetterling. Für mich ist der Einband absolut  passend zur Geschichte gewählt. Das Schwarz symbolisiert Estelles Amnesie. Sie tappt zuerst im Dunkeln und der Schmetterling stellt den Bezug zu ihrer Tochter her. Warum er über ihrem Namen schwebt, erfährt der Leser in der Geschichte.  

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Aufbau und Schreibstil:

Das Buch besteht aus vier Teilen. Darin befinden sich die einzelnen Kapitel in fortlaufender Zahl von 1 bis 29. Der Schreibstil ist ansprechend, angenehm und beflissen. Die Autorin bindet  sehr geschickt  das vergangene Geschehen in die laufende Geschichte mit ein. Dadurch wird die Erzählung lebendig, einprägsam und anschaulich. Ich konnte der Handlung konstant und  problemlos folgen. Der Spannungsbogen wird perfekt aufgebaut und durchweg gehalten.

 

Meine Meinung:

Während des Lesens hatte ich die Assoziation, mich in einem Spiegellabyrinth zu befinden. Die Besucher eines solchen Labyrinthes werden fast ausschließlich durch virtuelle Wegfluchten in die irregeführt. Großflächige Spiegel täuschen durch geschickte Anordnung unendliche Korridore vor und stellen gleichzeitig Sperren dar, die ein einfaches Durchschreiten des Labyrinthes verhindern. Die verzerrte Wahrnehmung der eigenen Person erhöht die Illusion des Besuchers. 

Genauso ist es mit Estelle und ihrer Geschichte. Sie leidet an Amnesie und weiß zuerst nicht, welche Erinnerung der Realität oder der Einbildung entspricht. Ihr Weg ins Unterbewusstsein wird von vielen Sinnestäuschungen begleitet und behindert, bis sie endlich der Wahrheit auf der Spur ist.

Alexandra Burt ist es in ihrem Buch hervorragend gelungen, den Leser in permanentem Zweifel zu halten. Ist das Erzählte eine Halluzination, ein Trugbild oder gar eine Wahnvorstellung Estelles? Oder kann ich Leser ihr glauben?

Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen setzt sich das Geschehen zusammen. Bröckchenweise erhält der Leser ein Gesamtbild der Ereignisse.

Dabei ist durch den gesamten Roman hindurch die unendliche Zuneigung Estelles zu ihrem Kind spürbar. Diese Verbundenheit, Innigkeit, Herzenswärme und Hingabe, die zwischen den Zeilen wahrnehmbar ist, obwohl Estelle an sich und ihrem Handeln als Mutter permanent zweifelt, berührte mich als Leserin und Mutter tief.

Auf dem Weg die Wahrheit zu erfahren, beweist Estelle Löwenmut, Tapferkeit und Wagemut. Es ist deutlich zu fühlen, wie schwer ihr die Suche danach fällt, aber nur die Wahrheit kann klären, ob sie als Mutter versagt hat.

 

Fazit:

„Remember Mia“ ist ein faszinierendes Buch. Es ist fesselnd geschrieben. Die  Charaktere des Buches sind  charmant und ansprechend. Die Handlung hatte eine magnetische Wirkung auf mich. Ich habe das Buch an einem einzigen Tag gelesen, weil mich Estelles Schicksal gefangen nahm. Ich erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Mal fühlte ich mich mit Estelle verbunden, dann verlor ich den Kontakt zu ihr und misstraute ihren Aussagen. Ich hoffte mit ihr, ich zweifelte an ihr. Die Spiegelbilder, die mir als Leserin präsentiert wurden, berührten mich tief. Am Ende des Buches saß ich mit Tränen auf dem Sofa.

 

Ich gebe diesem wundervollen Buch 5 von 5 möglichen Sternen. Meine Empfehlung: Absolut lesenswert!

 

 

Meinen herzlichen Dank an den dtv Verlag, dass ich dieses schöne Buch lesen und  rezensieren durfte!

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