Küstenstrich von Benjamin Cors

Fakten:

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München

Erscheinungsdatum: 2016

Umschlaggestaltung: Johannes Wiebel, punchdesign, München

Satz: pagina GmbH, Tübingen

Druck und Bindung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm

ISBN: 978 – 3- 423 – 26102 – 9

Gedruckt auf säurefreiem, chlorfrei gebleichtem Papier

 

Zum Autor:

Benjamin Cors ist politischer Fernsehjournalist und hat viele Jahre für die ARD Tagesschau, die ARD Tagesthemen und den Weltspiegel berichtet. Heute arbeitet er als landespolitischer Korrespondent für den SWR. Er ist Deutsch-Franzose und hat die Sommer seiner Kindheit in der Normandie verbracht.

Blick ins Buch:

„Noch bevor er Bekanntschaft mit seiner Schutzperson, einem undurchsichtigen Adligen mit Kontakten zur französischen Regierung, machen kann, stößt Nikolas Guerlains auf eine Leich: Von der Pont de Normandie führt ein Seil hinab zur Seine – und zu einem Toten. Zur gleichen Zeit, nur wenige Kilometer entfernt, findet die Polizei in Deauville eine weitere Leiche: Hinter einem Nachtclub, achtlos abgelegt zwischen Müllcontainern und leeren Gemüsekisten, liegt ein totes Mädchen, der traurige Anblick nur durchbrochen von einer Postkarte, die hier nicht hinzugehören scheint. Darauf zu sehen sind verblasst die Leuchtreklamen am Londoner Piccadilly Circus, auf der Rückseite der Karte steht eine Telefonnummer – und als die Polizei die Nummer wählt, hebt am anderen Ende der Leitung prompt jemand ab: Nicolas.“  

Buchcover:

Abgebildet ist die für die Normandie typische Felsformation, die vor Millionen von Jahren aus Feuerstein und weißer Kreide entstanden ist.  Der 120 Kilometer lange Küstenabschnitt zwischen Le Havre und Le Tréport wird auch Alabasterküste genannt. Da die Geschichte in der Normandie in der Nähe von Le Havre spielt, ist das Cover treffend gewählt.

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Aufbau und Schreibstil:

„Küstenstrich“ ist in drei Teilabschnitte gegliedert. Der erste beginnt mit einem Handlungsrückblick, daraufhin folgen Kapitel 1 – Kapitel 16. Im zweiten Abschnitt ist erneut  zuerst ein geschichtlicher Rückblick, dann geht es weiter mit den Kapiteln 17 bis 29. Der letzte Teil beginnt wie zuvor mit der Vergangenheit, anschließend wird der Leser durch weitere 13 Kapitel geführt. Insgesamt sind 373  Seiten zu lesen.

Die Handlung verläuft chronologisch und ist klar aufgebaut. Der Inhalt ist gut verständlich und ohne Verständnislücken.  Der Schreibstil ist flüssig, eingängig und wohlartikuliert. Die Handlung an sich ist fesselnd, packend und hält den Leser im Bann.   

Meine Meinung:

 Benjamin Cors hat in seinem Buch „Küstenstrich“ ein politisch hochaktuelles und äußerst brisantes Thema sehr geschickt „verpackt“. Die Flüchtlingsthematik und die Problemstellung „Flüchtlingsfrauen sind Freiwild“ werden hervorragend in einem spannenden Fall dargestellt.

Ganz anders als im ersten Buch des Autors steht dieses Mal die Handlung im Vordergrund. Nicolas Guerlains in Aktion als Personenschützer. Das Geschehen wird im Roman rasant, mitreißend und spannungsreich erzählt. Der Ablauf machte mich als Leserin fast „atemlos“, weil ein Ereignis auf das nächste folgt. In der Handlung ist Speed, der den Leser „packt“ und mitreißt.

Auch in diesem Buch gibt es zur eigentlichen Handlung zwei „rote Fäden“, die sich parallel durch den Roman ziehen. Einer davon handelt vom wieder auftauchenden „schlauen Hund“ und der andere behandelt nach wie vor die Frage von Julies Schicksal.  Dieses empfinde ich als äußerst sympathisch und charmant. Besonders die verzweifelte Darstellung von Nicolas macht den Romanhelden sehr menschlich.   

Fazit:

Mir gefällt „Küstenstrich“ sehr gut! Benjamin Cors stellt erneut unter Beweis, dass er schreiben kann. Der Schreibstil seines zweiten Romans ist gänzlich anders. Der Spannungsbogen, der von Anfang an aufgebaut wird, hält bis zum letzten Satz an. Das Buch liest sich flüssig, die Handlung ist aktuell, die Protagonisten werden hervorragend in Szene gesetzt. Summa summarum ist der Roman „Küstenstrich“ ein gelungenes Werk, das das Thema „Korruption“ im engen als auch weiteren Sinne in den Focus des Geschehens setzt.

Gut gefällt mir ebenfalls, dass der zweite Kriminalroman auch ohne die Kenntnis des ersten gut verständlich ist. Der Autor liefert geschickt genau jene Informationen, die der Leser benötigt, um aufgeführte und kurz umrissene Ereignisse aus dem ersten Buch verstehen zu können.

Mich lässt die Frage, die sich Nicolas Guerlains fortlaufend stellt, ebenfalls nicht mehr los.  „Wo ist Julie?“ wird hoffentlich in einem dritten Teil, der wünschenswerterweise irgendwann erscheint, aufgedeckt.  Und eine Frage, Herr Cors, sind Sie Hundefreund? Werden wir auch in einer weiteren Fortsetzung über den „schlauen Hund“ schmunzeln dürfen?

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!   

 

 

 

Herzlichen Dank an den dtv Verlag, dass ich auch das zweite Buch von Benjamin Cors lesen und rezensieren durfte!

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