ICH verdiene hier das Geld!

Hallo zusammen! Eigentlich wollte ich heute etwas über den Herbst schreiben. Über das, was mir daran gefällt und was nicht, aber da lief mir ein anderes Thema über den Weg. Wie immer hat es etwas mit einem meiner Liebsten zu tun. Kennt ihr den Satz:“ Was, du hast ohne Rücksprache den Kindern neue Schuhe gekauft?“. Na, erkannt?

Genau! Das sind die Worte von meiner dickbäuchigen Tomate. Er betont in letzter Zeit auffallend oft, dass ich SEIN sauer verdientes Geld ausgebe. Immer öfter fällt der Satz: „Geh du doch mal an meiner Stelle arbeiten“. Gut, das Jahr neigt sich dem Ende zu. In wenigen Wochen ist Halloween, dann Nikolaus und anschließend bereits Weihnachten.

Husbandus hat schon viele viele Stunden über die vergangenen Monate hinweg  gearbeitet. Der Akku wird langsam leer. Er braucht mal Ruhe, Abstand von der Arbeit, Seele baumeln lassen, in Ruhe Kaffee und Energiedrinks trinken, abends gemütlich auf dem Sofa sitzen und fernsehen und dabei wissen, dass er am anderen Morgen nicht los muss. Ich verstehe das ja sehr gut, aber mich dann als Blitzableiter für seine angespannten Nerven und zunehmende Gereiztheit zu benutzen geht gar nicht.

Wäre ich der Typ „Ich lasse mir alles gefallen und halte meinen Mund“, könnte das Zusammenleben hier harmonisch weiter gehen. Aber da ich das NICHT bin, haben wir immer öfter den so genannten „Sturm im Wasserglas“. Schuld an meinem Temperament sind unter anderem bestimmt meine Ururur-Ahnen von  irgendwann einmal. Laut Ahnentafel waren bei mir mütterlicherseits die Hunnen ins Familienleben involviert. Das ist heute noch an meinen hohen Wangenknochen und meiner leicht olivfarbenen Haut erkennbar. Wer sich schon einmal in der Geschichtswelt umgehört hat weiß, dass die Hunnen ein sehr streitbares Völkchen waren, die bei ihren Eroberungszügen Angst und Schrecken verbreitet haben.Manchmal fühle ich mich auch wie Attila, der seine Meute im Griff halten musste.

Aber ich schweife ab vom Thema. Also, Philipp sagt.“ Ich soll arbeiten und auch Geld verdienen“. Da habe ich ehrlich gesagt überhaupt nichts dagegen! Im Leben VOR den Kindern hatte ich ein Studium absolviert und gearbeitet. Jedoch seit der Geburt von Dino 1bin ich Bozibumä in unserem Unternehmen der besonderen Art.

Das hat mir bislang Spaß gemacht. Langweilig ist dieser Job auch nicht im Geringsten. Dennoch taucht bei mir immer öfter ganz leise der Gedanke auf, dass dieses doch nicht alles sein kann. Kennt ihr das? Plötzlich ist es irgendwie nervig, den ausweglosen Kampf gegen die niemals endenden Wäscheberge zu führen. Du möchtest andere Gesichter sehen, als die der Männer und Frauen in den Einkaufsläden, die du allwöchentlich aufsuchst, um für deine „Meute“  Lebensmitteln einzukaufen. Alleine der routinierte Tagesablauf, der manchmal auf die Minute hin identisch ist wie der Vortag, wird immer mehr zu deinem persönlichen Problemfall.

Dazu kommt, dass es mich zunehmend tierisch nervt, mich für jede Geldausgabe neuerdings rechtfertigen zu müssen. Umgekehrt geht Philipp sich z.B. etwas zum Anziehen kaufen und dann bekomme ich zu hören „Ich verdiene hier das Geld, also kann ich mit meinem Geld auch tun was ich will“. Ist das nicht unverschämt?? Warum verdiene ich eigentlich als Hausfrau und Mutter nichts? Immerhin ziehe ich gerade die neue Generation für Deutschland groß.

Wer weiß, was aus unseren Kindern später einmal wird? Vielleicht wird Dino 1 Erfinder. Geniale Ideen wie Daniel Düsentrieb bei Dagobert Duck hat er jedenfalls heute schon. Oder Dino 2 tritt als ein herausragender Rechtsanwalt in Erscheinung, denn sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn ist die beste Voraussetzung dafür.

Nun gut, ich habe mir also in den vergangenen Nächten im Schlaf das Gehirn zermartert, was ich nebenberuflich für eine Tätigkeit in meinem alten Beruf ausüben könnte. Diese muss absolut mit den Kindern und dem Haushalt kompartibel sein. Um es deutlicher zu machen: keine Arbeitszeit vor 8.30 Uhr, denn die Dinos müssen zur Schule gebracht werden und anschließend der Hund raus. Frühstücken muss ich auch noch etwas, denn mit leerem Magen denkt es sich  schlecht. Länger als 12.30 Uhr sollte es nicht gehen, denn dann ist Schulschluss, Mittagessen machen etc.. Für den Haushalt benötige ich ab sofort eine Haushaltshilfe, denn wer putzt, wäscht und bügelt sonst? Natürlich muss die neue Tätigkeit auch finanziell lukrativ sein, da ich sonst die Haushaltshilfe streichen muss und wir leben zukünftig  am Rande des Chaos.

Ja ja, ich weiß, aussichtslos! Den Job gibt es nicht! Außer, ja außer ich versuche mich selbständig in meinem studierten Beruf zu machen. Warum nicht? Der Trend ist immer mehr dahin gehend, dass  Arbeitgeber freiberuflich Tätige bevorzugen, weil somit Kosten für ihr Unternehmen einzusparen sind. Was ich dafür alles an Papieren, Versicherungen etc. benötige weiß mein Ehemann. Der ist ja schließlich seit Jahren freiberuflich tätig und  auf diesem Gebiet ein „alter Hase“. Und die Haushaltshilfe kann ich mir sparen, weil meine Tomate hier sein wird. Das ist ja  unter anderem das tolle an der Freiberuflichkeit – die freie Zeiteinteilung!

Kennt ihr das, wenn ihr dann nach reiflichem Nachdenken und daraus resultierenden Kopfschmerzen eine Idee habt, voll motiviert seid und eigentlich gleich los legen wollt, aber den Fehler macht, es eurem Partner morgens (wenn er noch völlig unausgeschlafen ist) oder abends (wenn er total müde vom Tag ist) euphorisch zu erzählen?

Peng, da bekommt ihr ohne Rücksicht eine volle verbale Breitseite verpasst. Von wegen, was das für eine bescheuerte Idee sei?! Ich hätte ja von der Freiberuflichkeit überhaupt keine Ahnung. Ob ich damit Erfolg hätte, stünde in den Sternen. Das wichtigste sei eine eigene Webseite zu haben. Die müsste dann von SEINEM sauer verdienten Geld finanziert werden. Er hätte überhaupt keinen Plan, wie hier der Tagesablauf sei. Wie ich mir das denn vorstellen würde, dass er an den Tagen, an denen ich arbeite, zuhause sei. Kurzum: ich müsste doch überhaupt nicht arbeiten gehen. Ich hätte hier doch das absolute Luxusleben, nach dem sich andere Frauen sehnen würden.

Ja Leute, was ich nun zu tun habe ist doch wohl offensichtlich! Ich werde mich ans Telefon hängen und sämtliche Hersteller von Tomatenketchup anrufen und fragen, ob sie eine Rezeptur für die besondere Gattung „Philippus Husbandus“ benötigen. Vom KOCHEN habe ich nämlich eine Ahnung!

 

14 comments on “ICH verdiene hier das Geld!

  1. Ich habe selbst (noch) keine Kids, hören dies aber öfter, dass Männer dann solche Sprüche bringen.
    Mit meinem aktuellen Denken und Handeln hoffe ich, dass ich nach einer gewissen „Kinderzeit“ zu Hause, dann wieder arbeiten gehe. Mehr als 1 1/2 Jahre möchte ich nach der Geburt nicht zu Hause bleiben – dafür bin ich zumindest aus jetziger Sicht nicht der Typ.
    Und es ist ja nicht so, dass es keine Kinderbetreuungsmöglichkeiten gibt.
    Kommen die denn bei euch nicht infrage, wenn du schreibst, dass du einen Job für die Zeit von 08:30 – 12:00 Uhr brauchst?!

    1. Liebe Katrin, ich danke dir für deine Antwort. Meine Kinder sind beide in der Schule. Dort gibt es einen Hort mit verlässlicher Betreuungszeit bis 16 Uhr. „Problem“ ist eher, dass mein Ehemann und ich erst einmal zu einer Übereinkunft finden müsse, OB ich und WIE bzw. WO ich arbeite. Meine “ Tomate“ ist sich da selbst mit seiner Äußerung „Geh du doch mal arbeiten“ noch gar nicht sicher. Es bleibt also spannend Fortsetzung folgt bestimmt. Und als wir noch keine Kinder hatten, waren wir überzeugt, wir bleiben ohne… Mehr darüber bald in einer Kolumne (danke dir für diesen Ideenblitz)⚡️⚡️☑️

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  3. Ich bin froh, dass meine Eltern nie so waren.
    Ich war auch immer der Meinung – Mann geht arbeiten, Frau kümmert sich um den Haushalt, aber ich habe das schon von einigen gelesen, auch wenn das bei dir ganz amüsant geschrieben ist, ist das ein Thema, das mich ziemlich stört.
    Meinen Männer, wir freuen uns, dass wir immer zu Hause bleiben und kein eigenes Einkommen haben? Meinen die, der Haushalt macht sich von alleine?
    Weil ich wüsste, dass mein Partner genau von dieser Gattung ist, bin ich grad‘ auf zweiter Ausbildungssuche und er darf dann schön zu Hause bleiben 🙂

    1. Ich danke dir für diesen Beitrag. Kennst du das Lied “ Das bisschen Haushalt…“ aus den 60ern? Genau so denkt mein Mann. Melde dich, wie es deinem Partner als Hausmann ergeht, ich bin gespannt

  4. Jetzt werde ich doch zu gerne wissen, was du denn so studiert hast?
    Früher konnte ich mir nie vorstellen, nicht arbeiten zu gehen – mittlerweile sehne ich mich danach! Ich liebe meine Arbeit (bin Lehrerin mit Leib und Seele), aber verzweifele auch an den mannigfaltigen Aufgaben als Alleinerziehende. Entweder stecke ich viel Arbeit und Vorbereitung in den Unterricht und lasse meine Kinder mehr oder weniger nebenher laufen oder aber umgekehrt. Am Wochenende wird dann meistens geputzt, der Garten gemacht oder das, was sonst so unter der Woche liegen geblieben ist. Und da muss ich doch echt sagen, dass ich zwar die Sprüche deines Mannes auch als sehr -nun ja- altmodisch und teils auch verletzend finde, ich aber seinen gut gemeinten Rat (da schwingt ja was mit) auch nicht ungeachtet sein lassen möchte: „ich arbeite so viel und hart, damit es euch an nichts mangelt, denn unsere Kinder haben es gut, wenn du dich mit deinen Talenten um sie kümmerst und deine Gaben nicht einem Arbeitgeber anbietest, der dich nicht zu schätzen weiß“
    So in etwa… Aber ich verstehe natürlich auch, dass du als gebildete Frau auch deinem Leben vor der Familiengründung in irgendeiner Art und Weise Rechenschaft tragen möchtest. Eben nur als Chefin des Hauses, Mutter und All-in-One-Performancerin gesehen zu werden, ist auf Dauer auch frustrierend und wird ohnehin in der Gesellschaft noch lange nicht anerkannt. Ganz im Gegenteil: Überall liest man von der wunderbaren Balance der working-mums und vergisst, wie viel Balance der Mutterjob an sich schon beinhaltet! Lass dir dein Leben nicht durch flapsige Sprüche ausreden, es hat alles sein Zeit und Berechtigung!
    Viele Grüße
    Yvonne

    1. Liebe Yvonne, dein Kommentar begeistert mich! Deine Worte sind Balsam für meine Seele! Ich bastle gerade an meiner neuer Karriere als freie Texterin, Autorin und Kolumnistin. Arbeit von zuhause! Ein Job, der mich erfüllt und mit allem vereinbaren lässt. Ich schreibe vormittags und abends, dazwischen Haushalt und Kinder. Ich ziehe den Hut vor dir! Lehrerin sein ist ein anspruchsvolles Arbeiten, wenn es ernst genommen wird! Und zu deiner Frage: ich bin studierte Diplom Sozialpädagogin.

      1. Als Diplom Sozialpädagogin hat du ja nun wirklich einen guten Einblick in engagiertes Lehrerdasein. Ich weiß auch nicht immer, wie ich das machen soll. Und manchmal gibt es Tage, da frage ich mich, warum ich mir das alles antue. Und dann kommt eine Schülerin und nimmt mich in den Arm, gibt mir ein Schüler ein Kompliment oder aber – und das ist das allerbeste – schauen mir meine Kinder sehr liebevoll in die Augen und zeigen mir, dass sich jeder noch so anstrengende Tag lohnt und das, obwohl ich immer das Gefühl habe, dass die beiden zu kurz kommen…
        Ich freue mich, wenn ich von deiner angestrebten Karriere was mitbekomme. Drücke dir die Daumen, denn schreiben kannst du ja!!! Und vergiss bloß nicht, dir von DEINEM Geld (sorry, ich musste das jetzt einfach groß schreiben – in Anlehnung an deinen Beitrag) was schönes zu gönnen 🙂
        Liebste Grüße,
        Yvonne

        1. Liebste Yvonne, du bist süß!!! Ich schreibe weiterhin heitere Kolumnen auch für meinen Blog. Da kommt garantiert der Tag, an dem ich voller Begeisterung in die Tadten “ haue“, um zu berichten, dass ein Verlag, eine Zeitung, eine Zeitschrift mich unter Vertrag nimmt! Und selbstverständlich werde ich MIR dann von MEINEM Geld ALLEINE etwas gönnen. Wir lesen uns!

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