Hochzeitstag

imageSo schnell vergeht die Zeit. Vor knapp einer Woche hatten Philipp und ich unseren 13. Hochzeitstag.  Ich kann mich noch ganz genau an diesen Tag erinnern!

Wir waren erst 7 Monate zusammen, als wir den Entschluss fasten, zu heiraten. Am Nikolaustag.  Die Überraschung war meinerseits groß, als Philipp freudestrahlend  zu mir kam. Mit einem kleinen braunen Briefumschlag in der Hand. Darin waren zwei Goldringe. Unsere Freundschaftsringe, die uns  bis zur Hochzeit und die Jahre danach begleiteten.

Die Reaktion in der Verwandtschaft und im Freundeskreis war interessant. Meine Schwiegermutter schlug vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammen. Sie war natürlich der Meinung, dass ich Philipp zu diesem Schritt gezwungen hätte. Torschlusspanik. Ihr armer Sohn hätte gar keine andere Wahl, als mich zu heiraten. Auf die Idee zu kommen, dass wir uns darauf freuten und diese Entscheidung aus freien Stücken getroffen wurde, lag ihr natürlich fern. Eine Frau, nämlich ich, war kurz davor, ihr den Sohn weg zu nehmen, das galt es zu verhindern. Mein Verdacht, dass meine Schwiegermutter ihre Söhne als Ehemannersatz ansah, war damals schon offensichtlich. Mein Schwiegervater war nämlich selten bis kaum zuhause anzutreffen.  Aber egal was sie Philipp erzählte, es fruchtete nicht. Meine Familie hatte nichts gegen eine Hochzeit, aber wie üblich waren auch sie der Meinung, mein zukünftiger Ehemann  sei nicht gut genug für mich. Meine besten Freundinnen waren der Ansicht, dass wir zu überstürzt heirateten. Aber hei, es gibt keine Garantie für nichts. Warum also nicht den Sprung zur festen Bindung wagen?

Unser großer Tag kam über die Monate hin immer näher. Wir haben damals extra den Sommer gewählt, damit wir noch genug Zeit hatten, unsere Entscheidung zu überprüfen.  

Allein zu heiraten, ohne irgendjemanden  als Gast , haben wir ebenfalls in dieser Zeit beschlossen. Egal wie wir die Gästeliste drehten und wendeten, es passte nie zusammen. Mit meiner Schwiegermutter, die von Anfang an gegen mich war, wollte ich nicht feiern. Nur mit meiner Familie wäre Philipp gegenüber ungerecht gewesen. Unsere Freunde passten  ebenfalls nicht  zusammen… Ich hatte Studenten im Angebot und Philipp seine alte Skatergang, die alle noch irgendwie in den Kinderschuhen steckten. Nur für uns zu sein hatte den Vorteil, dass wir zum einen viel Geld sparten. Keine große Feier, die Unsummen verschlungen hätte. Mein einer Cousin tat dieses bei seiner ersten Hochzeit und 1 Jahr später war er bereits wieder geschieden. Zum anderen gehörte der Tag ganz alleine uns! Wir konnten tun und lassen was wir wollten!   

Unsere Eheringe suchten wir mit großer Sorgfalt aus. Sie wurden extra für uns angefertigt. Als wir sie 2 Wochen vor der Hochzeit beim Juwelier abholten, waren Philipp und ich unglaublich aufgeregt. Immer wieder zogen wir die Ringe an, betrachteten sie mit Stolz und verpackten sie anschließend wieder gut. Wir waren abergläubig.  

Gewisse Diskussionen gab es bei der Wahl der Kleidung. Ich suchte mir einen hellblauen Hosenanzug aus Leinenstoff aus. Der war luftig und dennoch dem Anlass angemessen schick. Mein Mann hingegen wollte partout kein weißes Hemd tragen. Diese Entscheidung bereute er natürlich just in dem Moment, als wir nach der Hochzeit unsere Fotos in Händen hielten.  Aber egal, wir wollten uns auf dem Standesamt wohl fühlen. Nichts gekünstelt. Echt sein.

Einen Schock bekam ich zwei Tage vor der Hochzeit, weil unsere Nachbarin, die Friseurin war, mir meine Haare total verschnitten hatte. Ich trug damals einen Bobschnitt und wollte eigentlich nur DIE SPITZEN gekürzt haben. Als ich fertig war, hatte ich eine KURZHAARFRISUR.  Philipp lachte tränen. Ich war kurz geneigt, dieses als schlechtes Omen zu deuten. Meine Mutter hingegen sagte, alles Alte sei nun weg, nun könne das Neue wachsen. Das fand ich gut!  Vor lauter Stress bekam ich dennoch leicht rote Haare. Das ist bei mir immer so. Dann verwandelt sich das Hellblond in Rotblond. Während den Abschlussprüfungen an der Uni sah ich sogar fast aus wie Pumuckel. Alber auch das konnte mir die Laune nicht verderben!

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In der Nacht vor der Hochzeit schliefen Philipp und ich unruhig. Die Aufregung war unglaublich groß. Eigentlich passiert ja nicht viel an solch einem Tag. Man fährt zum Standesamt. Hört sich wundervolle Worte an und unterschreibt ein paar Dokumente. Und dann ist man plötzlich ein Ehepaar. Und dennoch ändert sich das gesamte Leben!

Was für ein großer Schritt mein „Mann“ anstatt mein „Freund“ zu sagen. Kennt ihr das Gefühl auch? Wir waren so unendlich stolz sagen zu können, dass wir verheiratet sind. Der Freund kann jederzeit seine Sachen packen und aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen. Der Ehemann tut dieses hingegen eigentlich nicht so schnell (oder die Freundin /Ehefrau). Wir wurden auch von Nachbarn, Arbeitgebern oder auch fremden Personen mit mehr Respekt behandelt. Warum? Keine Ahnung. Habt ihr eine Antwort darauf?  

Den Morgen, am Tag der Tage,  klebten wir zusammen wie Siamesische Zwillinge.  Als ob es dem anderen doch noch in der letzten Sekunde einfallen könnte, „Nein“ zu sagen. Wie oft die Frage fiel. „Bist du dir auch ganz sicher?“ wissen wir nicht mehr. Philipp und ich äußerten sie jedenfalls abwechselnd sehr häufig.

Um 10 Uhr war unser Termin beim Standesamt. Eine gute halbe Stunde davor fiel Philipp noch ein, dass ich ja einen Brautstrauß bräuchte. Oh mein Gott, vergessen. Er rief hektisch unseren Blumenladen um die Ecke an. Die Verkäuferin lachte. Sie versicherte, dass Philipp in zehn Minuten kommen könnte, um die Blumen zu holen. Ich ging natürlich mit.

Dann fuhren wir los. Mit klopfenden Herzen. Die Zeremonie war kurz aber eindrücklich. Danach wurden unsere Fotos geschossen. Und wisst ihr, was wir dann taten? Wir fuhren nach Hause und legten uns zum Mittagschlaf ins Bett. Die ganze Anspannung fiel nämlich von uns ab, und wir waren unglaublich müde. Arm in Arm, als frisch vermähltes Ehepaar schliefen wir glücklich ein.

Abends fuhren wir essen. Wir hatten uns einen Tisch reserviert. Anschließend besuchten wir im St. Pauli Theater in Hamburg eine Show. „Lady Salsa“ hieß diese. Eine Tanz Crew bot Salsa, Meerenge und Co. zum Besten. Toll war das.! Knackige Mädels und ebensolche Jungs boten eine super Darbietung.  Gegen Mitternacht kamen wir zuhause wieder an. Wir öffneten noch eine Flasche Sekt und setzten uns in aller Ruhe bei uns auf den Balkon. Es war eine wunderschöne laue Sommernacht!

Seitdem haben wir nun viele gemeinsame Tage erlebt. Mit Freude, Wut, Tränen und viel viel Liebe! Für eine Ehe oder Freundschaft gibt es keinerlei Versicherung. Jeden Tag aufs Neue muss man an seiner Beziehung arbeiten. Dabei ist das „Mit einander reden“ meiner Meinung nach das A und O!  

Philipp schenkte mir einen Ring, der 25 schöne und teure Steinchen in einer Fassung trägt. Als Symbol für unsere Ehe. Vom ersten Tag bis zur Silberhochzeit und von dann an weiter bis zur Goldenen. Diese Zeit schaffen wir nämlich auf jeden Fall gemeinsam. Das Versprechen:“ In guten, wie in schlechten Zeiten“ trage ich somit tagaus und tagein an meiner linken Hand! Daran glaube ich. Daran halten WIR  uns fest!

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Philipp und ich bekamen in den vergangenen Jahren zwei gesunde Kinder geschenkt. Sie wachsen und gedeihen prächtig.  Wir haben gemeinsame Niederlagen und Erfolge gemeistert und gefeiert.  Dabei stießen wir auch schon an unsere Greunzen. Wir führen eine Italienische Ehe mit viel Temperament und Leidenschaft. Erst fliegen die Teller und dann die Küsse. Ehe ist kein Honigschlecken. Es gibt neben den rosa Wölkchen Tagen auch die Tage mit Blitzen,  Donner und  Regenschauern. Aber eines haben wir seit dem Tag der Eheschließung nie verloren. Den Glauben an UNS! Amors Pfeil traf uns in einer Nacht, als wir noch gar nicht wussten, dass wir überhaupt  zusammen kommen werden. Aber wir spürten beide die Magie, die dieser Stromschlag damals bei uns auslöste.

Wie die Zukunft aussehen wird wissen wir nicht. Und das ist vermutlich gut so!Aber ich hoffe, ich kann euch noch viele Jahre von unserem nächsten Hochzeitstag berichten.

Was könnt ihr mir erzählen? Hinterlasst mir eure Kommentare. Ich freue mich darauf!    

8 comments on “Hochzeitstag

  1. Gratuliere !
    Ich glaube heut zu Tage ist man eine Rarität , wenn man schon ein paar Jahre verheiratet ist 🙂
    Im nächsten Jahr bin ich ( räusper ) 30 !!! Jahre mit meinem Mann verehelicht , man kommt sich schon fast komisch vor .
    liebe grüße dajana

  2. Hallöchen, glückwunsch noch nachträglich 🙂 Ich habe am 7.8 meinen 1. Hochzeitstag 🙂 Zusammen sind wir wieder seit 8 Jahren und kennen tun wir uns seit 20 Jahren 🙂
    Der Ring gefällt mir sehr gut!

    Liebe Grüße Katharina

    1. Liebe Katharina, es ist so spannend, was ihr schreibt! Jeder hat seine spezielle Beziehung, und das ist toll!! Danke für deinen Kommentar!

  3. Hallöchen Mia

    Da sage ich doch gerne noch herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Hochzeitstag. Heut zu Tage sind 13 Jahre schon eine lange Zeit aber ich finde es immer noch toll wenn die Ehe doch zwischen den Partnern hält. Ich bin jetzt auch schon 8 Jahre verheiratet und bin immer noch glücklich.
    Ich wünsche Euch noch viele glückliche Ehejahre liebe Mia

    Liebe Grüße Moni´s Bloghütte
    Blogger Kommentiertag by Lifestyle for me and you

    1. Liebe Moni, dankeschön! Schade eigentlich, dass die Menschheit zur Wegwerfgesellschaft mutiert ist, oder? Ich danke dir für deinen lieben Kommentar!

  4. Hallo Mia, Herzlichen Glückwunsch noch zum 13. Hochzeitstag auf viele weitere wunderschöne Jahre.
    Wir hatten letztes Jahr unseren 25. und sind immer noch glücklich,kennen tun wir uns 30 Jahre, und wir haben alles gemeinsam gemeistert, wie du schon schreibst in guten und schlechten Zeiten
    Und dein Ring wow grandios
    Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Sonntag
    Lg Leane

    1. Wow, so lange schon zusammen! Ich gratuliere euch herzlich zur Silbernen Hochzeit! Vielen Dank für euren lieben Kommentar.

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