Ferienende – und ich bin urlaubsreif!

Heute ist Sonntag. Aber kein gewöhnlicher, sondern der Sonntag vor dem Montag, an dem die Schule nach 6 Wochen Sommerferien wieder losgeht. Die Stimmung meiner Kinder könnte ich als GEREIZT bezeichnen. Meine übrigens auch! Warum?

Laut Definition sind Ferien jene Zeiträume, in denen eine Einrichtung (wie zum Beispiel eine Schule) vollständig schließt, um ihren Angehörigen andere Tätigkeiten, insbesondere Erholung, zu ermöglichen.

Das ist alles schön und gut! War ja auch fast so – für meine Kinder zumindest. Meine beiden Racker konnten jeden Tag lange schlafen, wurden von mir ab dem Erwachen bedient und beschäftigt, damit sie so richtig schöne Ferientage erlebten.

Anders ausgedrückt. Für mich bedeuten Ferien nicht nur der alltägliche Alltag mit Tiere versorgen, Haus putzen, einkaufen, Wäsche waschen und bügeln, Essen kochen et cetera, sondern zusätzlich, dass ich für zwei anspruchsvolle Kinder den Alleinunterhalter spiele.

Bei uns ist die Aufgabenverteilung ziemlich eindeutig. Mein Mann geht seiner Arbeit nach, der Rest hängt an mir.

Unsere Ferien waren ursprünglich so geplant, dass wir eine Woche in den Süden fliegen und eine Woche noch bei uns oben im Norden auf eine Insel fahren. Beides hat nicht geklappt

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Die erste Woche fiel aus, weil die Hundesitterin und ich uns in der Planung missverstanden hatten. Kommt vor, ist menschlich. War kein Beinbruch, der Flug war zum Glück noch nicht gebucht, als sich die Panne herausstellte. Aber wir hätten es als böses Omen nehmen sollen, denn die gesamten Ferien erwiesen sich als großes Chaos.

Zum einen spielte das Wetter ganz und gar nicht mit. Anfänglich hatten wir super Sonnenschein. Aber ab jenem Moment, als ich die 10er Karte fürs Freibad gekauft hatte, kam der Regen. Zum anderen kamen bei Philipp beruflich Probleme über Probleme. Wer selbständig ist weiß, was ich meine. Die Kunden sind, wie immer, unberechenbar.  Aber immer dann, wenn man auf die Zuverlässigkeit jener hofft, weil man danach zum Beispiel seine Ferien ausrichtet, klappt natürlich gar nichts mehr!  

Ihr wisst worauf ich hinaus will? Genau, die zweite Woche wurde ebenfalls gestrichen, weil Philipp in seinem Büro festhing. Danach hörten unsere Kinder  wochenlang, bald fahren wir, bald fahren wir. War natürlich von uns Eltern  ungeschickt formuliert, aber das wurde uns leider erst  zu spät klar.

Philipp und ich führten ab einem gewissen Zeitpunkt heiße Diskussionen, ob ich mit den Kindern alleine fahre, oder nicht. Wirklich weiter gebracht hat uns das allerdings  nicht!  

In unserer grenzenlosen Verzweiflung, die aufkam, als die letzte Ferienwoche begann, kauften wir unseren Kindern die lang ersehnten Hoverboards, die ich eigentlich total schwachsinnig finde, weil unsere Kinder (zum Glück) zwei gesunde Beine besitzen.  

Du fragst dich, was ich meine? Nun, das Teil ist eine Art elektrisches Skateboard. Es wird durch Gleichgewichtsverlagerung gesteuert, hat LED-Beleuchtung, gibt bei niedrigem Ladezustand akustische und optische Warnsignale, fährt maximal 12 km/h, trägt maximal 110 kg und fährt maximal 20 km weit.

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Absolut überflüssig?  Richtig! Aber in unserem Fall die einzige Möglichkeit, die enttäuschten Kindergesichter wieder zum Lachen zu bringen. Als Eltern können wir verbuchen: auf gesamter Länge und Breite erfolgreich versagt!

Nun ist heute der letzte Ferientag. Normalerweise steht „Frau“ da vor der Waschmaschine, um die Wäsche, die frisch aus dem Reisekoffer geholt  wurde, zu waschen.  Die Kinder haben sich fröhlich in ihre Zimmer zurückgezogen. Froh, endlich wieder zuhause zu sein, um mit Kameraden zu telefonieren oder Play Station zu spielen.  Der Ehemann kümmert sich um Proviant, den er an einer Tankstelle holt, um bis morgen den Kühlschrank provisorisch zu füllen.

Bei uns ist das anders. Die Kinder sind von den Ferien genervt und frustriert. Was sollen sie morgen in der Schule erzählen? Ich Mutter stehe mit schlechtem Gewissen vor meiner Waschmaschine, um unsere Alltagswäsche zu waschen, und mein Mann ist seit Freitag „entflohen“. Ein wichtiger Kundentermin rief ihn nach Süddeutschland.

Also, lange Rede kurzer Sinn: wir sind (laut Definition) in den Ferien anderen Tätigkeiten nachgegangen, aber von Erholung keine Spur!

Aber  soll ich euch etwas verraten? Ich spiele tatsächlich mit dem Gedanken, bei nächstbester Gelegenheit ins Reisebüro zu fahren, für 1 Woche Urlaub zu buchen und mit meiner Familie einfach abzuhauen!

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In diesem Sinne: wir lesen uns!

6 comments on “Ferienende – und ich bin urlaubsreif!

  1. Das ist eine gute Idee mit dem spontanen Urlaub. Auch wenn Ferien sind, man hat immer zu tun, immer und das insbesondere als Frau! Und wenn man da nicht irgendwas unternimmt, ist man gefangen im Alltag. Ich hoffe, dass es bei dir vielleicht in den Herbstferien klappt, damit du Erholung bekommst. Ich drück dich

  2. Schade das es mit dem Urlaub nicht geklappt hat. Wir haben uns auch einiges vorgenommen. Konnten aber nicht all zuviel machen. Da ich die Arbeitsstelle gewechselt habe und den ganzen Sommer arbeiten musste.

    Lg Jasmin

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