Es sind Ferien, aber nix Sommer!

„Es regnet, es regnet, die Erde wird nass. Wir sitzen im Haus fest und werden langsam wieder blass. Die Kinder, die Kinder, die streiten so krass. Es muss eine Beschäftigung her, nur was Leute, WAS?“.

 Moin moin, dieses eben zitierte Kinderlied kennt ihr ja gewiss alle, oder? Nun, was soll ich sagen, wir haben Ferien, aber keinen Sommer mehr. Dabei hat alles so vielversprechend angefangen. Zuerst sehnten wir den letzten Schultag herbei. Endlich lange schlafen, gemütlich frühstücken, in den Tag hinein leben, schauen was passiert. Da war die Stimmung noch positiv, da wir strahlend blauen Himmel und Sonnenschein pur hatten. Sechs Wochen Sommerferien sind eine lange Zeit, die gut geplant sein wollen. Damit Philipp genug Zeit hat sich seiner Aufgabe – Geld für die Familie verdienen- ausreichend widmen kann, haben wir die Ferien wie folgt eingeteilt: Erste Ferienwoche sind Kinder und Mutter alleine Zuhause, danach folgt eine Woche Urlaub (alle zusammen), die dritte Woche werden die Kinder bei Oma und Opa sein (damit wir Eltern auch wieder einmal sturmfreie Bude zusammen haben), dann ist Ehemann wieder zwei Wochen mit seiner Arbeit beschäftigt, die Mutter mit Kindern. Die letzte Ferienwoche verbringt wieder die Familie mit Papa zusammen. Das klang alles perfekt und toll. Die ersten Tage der Ferien waren die Kinder und ich auch tatsächlich jeden Tag bei uns im Freibad. Da ist es wirklich schön, der Eintrittspreis okay. Eigentlich haben wir einen Pool im Garten, aber der Spaßfaktor (andere Kinder treffen) ist im Freibad größer. Wir haben die Vormittage und die Nachmittage bis 16 Uhr sinnvoll die Zeit verbracht. Die Kinder tobten mit ihrer neuen Schnorchel Ausrüstung durch die Becken und ich hatte nichts anderes zu tun, als das wilde Treiben im Auge zu behalten. Da gab es kaum Streit, geschweige denn Langeweile. Schön war auch, dass wir uns ganz nebenbei von Bleichgesichtern zu Dunkelhäutigen verwandelten. Mich sprach eine unserer Nachbarinnen ganz neidisch an, woher ich diese schon fast unverschämte Bräune hätte. Ja Leute, es geht auch ohne Solarium! Die gemeinsame Urlaubswoche mit Philipp war ebenfalls wunderschön. Brutus war bei der Züchterin im Urlaub, die Kater wurden von unserer Babysitterin versorgt, und wir hatten sieben Tage lang einfach mal nur uns. Koffer packen, in den Flieger sitzen und ab in den Süden. Herrlich!! ‚Als die Kinder die Woche bei den Großeltern waren, hatten wir immer noch total schönes Wetter. Und wisst ihr was, wir Eltern haben die meiste Zeit mit schlafen verbracht. Morgens lange schlafen, nach dem Frühstück noch einmal schlafen. Dann raus in den Garten zum Pool. Liegestühle raus und wieder in der Sonne dösen. Es war einfach zu schön, diese himmlische Ruhe, die ohne Kinder im Haus herrschte, durch irgendetwas zu unterbrechen. Natürlich gab es auch laute Momente. Diese Art Momente, die wenn Kinder im Haus sind nicht so stattfinden – ihr wisst schon….

Es hätte so entspannt weiter gehen können, hätte die Sonne nicht entschieden, sich rar zu machen. Seit Tagen fallen kleine H2O-Kügelchen-Ketten aus den Wolken, andere würden dieses Phänomen als Dauerregen bezeichnen. Die Kinder sind von ihrer Ferienwoche bei Oma und Opa zurück, Husbandus bei der Arbeit. Tag und Nacht ist seitdem das Geräusch von herunterprasselnden Regentropfen zu hören. Anfangs war es ja noch okay, denn die Kinder waren erholungsbedürftig. Bei den Großeltern fand täglich ein ganztägiges Bespaßungsprogramm statt, das anstrengend war. Doch nun fällt uns langsam die Decke auf den Kopf. Was tun, wenn es immer nur regnet? Fernsehen ist langweilig, sagen meine Kinder. DVD anschauen ebenfalls. Ich hatte die Idee, in die Stadtbücherei zu fahren um uns mit neuen Medien zu versorgen, aber das Ende vom Lied war, dass sich Dino 1 und Dino 2 um die ausgeliehenen DVDs stritten. Brutus, der mittlerweile wieder aus seinen Ferien zurückgekehrt ist, hat viel zu tun. Die Kinder von heute sind anspruchsvoll, da kann ich keinem mit „Wollen wir Kekse backen“ ankommen. Ich wäre auch bereit, den sich immer mehr zerfleischenden Raptoren etwas vor zu lesen. Ich weiß noch, dass mir das als Kind unheimlich gut gefallen hat. Leider sind wir bislang nicht dazu gekommen, da immer noch die Diskussion im Gange ist, welches Buch uns in ein spannendes Abenteuer führen soll. Spaziergänge mit Brutus sind ebenfalls nicht erwünscht. Als die Kinder klein waren, war das Toben durch Pfützen der Spaß schlechthin, aber über dieses Babygetue sind wir natürlich längst hinweg. Heute ist Regen etwas ungemütliches, etwas, das die perfekt gestylte Frisur zerstört. Kurz um, geht gar nicht!!

Natürlich gibt es bei uns im Haus auch moderne Geräte, wie eine Wii, die zur Abwechslung beitragen könnte, aber auch hier gibt es einen großen Haken. Die Kinder alleine spielen lassen geht maximal drei Minuten gut, dann fangen sie an, sich die Controller um die Ohren zu schlagen, weil der eine Dino den anderen Dino nicht gewinnen lässt. Und wenn ich als neutralisierendes Organ mich bereit erkläre mit zu spielen, hat das den Effekt, dass die Fleischfresser mich in der Luft zerreißen, weil ich laut meinen Kindern einfach für diese Spiele zu doof bin.

Ich als Mutter habe aber irgendwie (laut meiner Brut) die Aufgabe, die immer größer werdende Langeweile zu beseitigen. Oder hat das mit dem Mutter sein überhaupt nichts zu tun? Auch Philippus Husbandus stellt mir sehr oft die Frage:“ Was ist denn für heute der Plan?“. Ja, Leute, was ist zu tun??

Der einzige, der sich über den Dauerregen sehr zu freuen scheint ist unser Garten. Da wächst und gedeiht alles prächtig. Die Bananenbäume haben anscheinend das Gefühl, im echten Urwald zu stehen. Laue Temperaturen und dazu Regen lassen die Bäume nur so in die Höhe schießen. Ebenso ist es mit dem Gras. Diese Höhe wird unser Rasenmäher wohl überhaupt nicht mehr schaffen. Während ich so über den Garten nachdenke, kommt mir die Trilogie „Jurassic Park“ in den Sinn. Da wandeln auch die Dinos durch den Urwald und hohes Gras. Da geschehen spannende Szenen im Dauerregen. Und hei, das ist die Idee!! Wir spielen Dinosaurierjagd. Das kann draußen als auch drinnen gespielt werden. Das passende Equipment ist vorhanden. Meine Kinder verfügen über ein ausgeprägtes „Waffenarsenal“ in Form von Nurf-Gewehren, sie haben Pistolen mit Knallplätzchen oder Softairpistolen. Mann, das ist es!! Ich werde das zu jagende Objekt sein. Ich bin der gefährliche „Brüllosaurius“, denn wenn ich laut werde, ist das noch gut verständlich in Afrika zu hören. Unser Haus verfügt über zwei separate Treppen- perfekt, um im Kreis zu schleichen. Genügend Deckung gibt es durch Sofas, Betten, Schränke, Türen und einiges mehr. Nebelschwaden werden durch angezündete und im Haus verteilte Räucherstäbchen erzeugt. Das Tageslicht, das eh schon ziemlich dunkel ist durch den Regen, wird weiter durch herab gelassene Rollos verringert. Die Kinder sind die Jäger. Verstärkung erhalten sie natürlich von Brutus, dem perfekten Fährtenspürhund. Es kann losgehen!

Und nebenbei bemerk fallen mir immer mehr Rollenspiele ein. Der Untergang der Titanic kann bei uns im Pool nachgestellt werden. Durch den Regen sehr authentisch. Oder Pippi Langstrumpf, oder …

Ja, ja, nicht verzagen – Mia fragen!!

Welche Anregungen hättet ihr? Lasst es mich wissen!

 

Bis bald,

Mia Bruckmann  

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