Autoreninterview mit Rita Falk

Auf der Frankfurter Buchmesse am 21.10.2016 hatte ich ebenfalls das Vergnügen , ein Interview mit Frau Falk führen zu dürfen. Ich unterhielt mich mit einer sehr natürlichen,  fröhlichen und charmanten Autorin, die meine Fragen mit Frohsinn beantwortete.

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  1. Sie haben früher als Bürokauffrau gearbeitet. Wie sind Sie auf die Idee gekommen Bücher zu schreiben?

Antwort:

Nun, geschrieben habe ich irgendwie schon immer. Als ich klein war Tagebuch, gefolgt von Gedichten. Als ich arbeitslos wurde und zuhause saß, kam ich aus der Not heraus auf die Idee, ein Manuskript zu schreiben.

  1. Wie lange hat es gedauert, bis von der Idee an, Ihr erstes fertiges Werk zu kaufen war?

Antwort:

Oh, das ging alles irgendwie ganz schnell, nachdem ich mich nach Wochen getraut hatte, mich endlich bei meiner heutigen Agentur „copywrite“ zu melden. Das war nämlich so: ich hatte mein Manuskript zu „Winterkartoffelknödel“ fertig geschrieben. Danach machte ich mich schlau, wie man denn so ein Werk an den Verlag bringt. Überall wurde empfohlen, es mit einer Agentur zu versuchen. Okay, das habe ich getan. Ich suchte mir Literaturagenturen raus und dann war erst einmal Pause. Wochenlang schlich ich um mein Telefon herum, denn mir war klar, dass die Präsentation perfekt sein musste. Ich wollte beim ersten telefonischen Kontakt brillieren. Eines Tages hatte ich dann den Mut und rief dort an. Die Dame mit der ich sprach meinte, ich solle ein paar Seiten schicken, sie würde sich dann melden. Als ich fragte, wie lange es wohl dauern würde, meinte sie, ein paar Wochen müsste ich schon einplanen. Doch dann kam alles anders. Bereits nach wenigen Stunden kam eine E-Mail mit dem Text: „Mehr!“ Die Agentur bot mein Manuskript 6 Verlagen an und 5 davon wollten es haben. Wir haben uns dann für den dtv Verlag entschieden.  Mein Buch kam 2010 nach einer kurzen Zeit nach dem Lektorat bereits heraus. 

  1. Alle Ihre Romane haben etwas mit „Essen“ im Titel. Zum Beispiel: Dampfnudelblues, Sauerkraut-Koma oder aktuell Weisswurst- Connection. Warum?

Antwort:

Das ergab sich anfang beim ersten Buch als Arbeitstitel. Weil dieser gut ankam, sind alle Folgetitel im ähnlichen Terminus geblieben.

  1. Gab es in den Entstehungsphasen Ihrer Bücher Blockaden? Wenn ja, wie gehen Sie damit um?

Antwort:

Natürlich gibt es auch Tage, an denen läuft so gar nichts. Da will mir einfach überhaupt nicht einfallen. Ich quäle mich nicht herum, sondern höre dann einfach auf. Ich räume die Geschirrspülmaschine aus, gehe spazieren oder mache sonst etwas, aber an den Schreibtisch setze ich mich nicht mehr. Am nächsten Tag geht es dann meistens problemlos weiter.

  1. Sie haben bereits 8 Provinzkrimis geschrieben (wenn ich Weisswurts-Connection dazu zähle). Sind diese Geschichten Folgeromane oder alle in sich abgeschlossen?

Antwort:

Die Geschichten sind alle immer in sich abgeschlossen, aber es empfiehlt sich, die Bücher von Band 1 an zu lesen, weil ich doch auf das ein oder andere aus den Vorgeschichten  eingehe.

  1. Was inspirierte Sie, Franz Eberhofer als Protagonisten zu erfinden?

Antwort:

Ganz klar kann ich da sagen: Durch meinen Mann. Der ist Polizist, und aus seinen Erzählungen heraus ist der Franzl entstanden.

  1. Warum haben Sie „Niederkaltenkirchen“ entstehen lassen?

Antwort:

Der Roman sollte unbedingt in Niederbayern spielen. Da kenne ich mich aus. So ist mir der Ortsname „Niederkaltenkirchen“ eingefallen. Dort leben mein Provinzpolizist und die meisten meiner Protagonisten. Ich schreibe gerne umgangssprachlich und  dialektal. Eben so, wie ich selbst spreche.

  1. Sind in Ihren Geschichten persönliche Erlebnisse integriert?

Antwort:

Aber natürlich! Jede Menge!

  1. Haben Sie Lieblingsprotagonisten?

Antwort:

Das kann ich jetzt nicht so sagen. Irgendwie sind mir alle ans Herz gewachsen und damit wichtig. Ich muss gestehen, dass ich mich  mittlerweile mehr in „Niederkaltenkirchen“ aufhalte, als im realen Leben.

  1. Leben Sie vom Bücher schreiben?

Antwort:

Ja, das ist nun zu meinem Beruf geworden. Ich schreibe und außerdem haben alle meine Bücher einen Filmvertrag. Nach und nach werden die Folgen nun verfilmt.

  1. Wann finden Sie Zeit, Ihre Romane zu schreiben?

Antwort:

Ich arbeite wie damals zu meinen Zeiten als Bürokauffrau. Die erste Schreibphase habe ich noch im Schlafanzug. Dann gibt es eine Pause und Mittagessen. Die zweite Phase dauert anschließend bis zum Abendessen.

  1. Gibt es einen Lieblingsort, am dem Sie schreiben?

Antwort:

Ja, eindeutig mein Büro. Da sitze ich am Schreibtisch und fühle mich wohl. Jeder weiß, dass ich während des Schreibens nicht gestört werden darf. Somit genieße ich die Ruhe. In diesem Raum kann ich denken und arbeiten.

  1. Gibt es bestimmte Rituale, zum Beispiel Musik hören, damit Sie auf gute Ideen kommen?

Antwort:

Nein, spezielle Rituale habe ich nicht. Ich lese mir aber immer das Geschriebene vom Vortag nochmals durch. So komme ich in Stimmung und dann geht es los.

  1. Abschlussfrage: Arbeiten Sie an einem aktuellen Roman? Verraten Sie schon ein wenig daraus?

Antwort:

Sehr gerne. Es ist meistens so, dass ich nach der Frankfurter Buchmesse mit einem neuen Roman beginne. Dann schreibe ich bis ca. März/April. Dann mache ich zwei Wochen Pause und anschließend schreibe ich weiter, so dass der Roman im nächsten Herbst fertig ist.

Also, aktuell ist es so in „Niederkaltenkirchen“, dass nach langen Streitereien nun endlich doch ein Wellness-Hotel gebaut wird. Kurz nach der Eröffnung wird ein Toter in einer der dortigen Badewannen gefunden. Und der Rudi kommt in dieser Folge auf den Esoteriktripp. Es wird, wie immer, sehr unterhaltsam.  

 

 

Herzlichen Dank, Frau Falk, für dieses sehr nette Interview! Ich wünsche Ihnen weiterhin ganz viel Erfolg und Freude! Schön wäre es, wenn wir uns auf der Leipziger Buchmesse wiedersehen!

 

Die Rezension zum neuen Buch von Rita Falk, das am 11. November 2016 im Handel erscheint (Weisswurst-Connection) , steht in den kommenden Tagen ebenfalls auf meinem Blog.

 

 

 

 

 

 

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