About Me!

Zitat.“ Die Frau, siehst du, ist ein merkwürdiges Geschöpf, so eifrig du dich auch bemühen magst sie zu ergründen, du wirst immer etwas völlig Neues an ihr entdecken“. (Leon N. Tolstoi)

Mit diesen Worten begrüße ich euch heute. Herzlich Willkommen bei meinem Selbstversuch, über mich nachzudenken. Ich denke gerne. Ich denke viel. Zu viel würde ich sagen. Es wäre gut, wenn ich eher früher als später den „Stopp-Knopf“ finden würde, denn dann wäre mein Leben manchmal etwas leichter.

Vielleicht liegt mein permanentes Denken daran, dass ich einen Intelligenzquotienten von 128 besitze. Also laut IQ-Tabelle bin ich überdurchschnittlich intelligent, aber noch kein Genie. Woher ich das weiß?

Als ich in der vierten Klasse war, kamen eines Morgens zwei fremde Frauen zu uns ins Klassenzimmer. Sie erzählten, dass sie vom Statistischen Landesamt oder so ähnlich seien (ich kann mich nicht mehr so ganz genau daran erinnern). Das Land Baden-Württemberg würde eine Erhebung durchführen. Es würde ein durchschnittlicher Intelligenzquotient aller Schülerinnen und Schüler zwischen neun und 11 Jahren ermittelt. „Blablabla“ dachte ich mir damals. Oder hätte euch so eine Erklärung vom Hocker gerissen?

Anschließen wurden die Aufgaben erklärt und los ging es. Unendlich viele Zettel bekamen wir. Mal zum Ankreuzen, etwas suchen, Sätze ergänzen, Fremdwörter erklären, rechen, Formen zeichnen und anderes mehr. Ich fand das toll! Die eine Dame stand vorne mit einer Stoppuhr, die andere lief durch die Reihen.

Der Test war umfangreich und lange. Höchste Konzentration war erforderlich. Das war eine Herausforderung, die ich liebte. Nach einigen Wochen bekamen meine Eltern über die Klassenlehrerin das Ergebnis mitgeteilt. Ich soll die zweitbeste aller getesteten Kinder gewesen sein.

Wo soll ich anfangen, von mir oder besser über mich, zu berichten? Ach, ich weiß! Eine Definition des Begriffes wäre gut. Da ich das in eigenen Worten nicht so perfekt sagen könnte, habe ich mir Unterstützung durch die einschlägige Literatur geholt.

Da steht:“ Selbsterkenntnis ist die Erkenntnis einer Person über das eigene Selbst. Selbsterkenntnis ist eng verwandt mit der Selbstreflexion, dem Nachdenken über sich selbst, und die Selbstkritik, dem kritischen Hinterfragen und Beurteilen des eigenen Denkens, der eigenen Standpunkte und Handlungen. (Der große Brockhaus, Wiesbaden, 18.Auflage 1983, Band 20, Seite 48, Stichwort Selbstkritik). „Die Fähigkeit von Selbsterkenntnis setzt die Existenz von Selbstbewusstsein voraus. Selbsterkenntnis setzt damit eine gewisse Objektivität der Selbstbeobachtung und des Selbstbildes voraus“. (Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, 1904, Art.“Selbsterkenntnis“).

Klingt fürchterlich geschwollen meinst du? Nun, ich liebe es, mich durch Literatur zu blättern und nach der richtigen Stelle für ein Zitat oder anderes zu suchen. Wissenschaftliches Arbeiten wurde das in den Vorlesungen genannt. In meiner Diplomarbeit erzielte deshalb die Note „Sehr gut“. Ich bin also staatlich anerkannte Diplom Sozialpädagogin. Wobei das nicht die  einzige Berufsausbildung ist, die ich besitze.

Während der Oberstufe fingen meine Eltern konsequent an zu nerven, ich solle mir doch langsam Gedanken machen, welchen Beruf ich ausüben möchte. Dabei hatte ich viel wichtigere Dinge zu tun. Zu besprechen, was ich am Wochenende anziehen werde, wenn ich mit meiner damals und heute immer noch lieben besten Freundin Ulla ausgehe, war doch viel bedeutsamer, oder nicht? Es bedurfte der präzisen Planung, denn je nachdem welchen Club wir besuchen wollten, war unterschiedliches Publikum anwesend. Im genaueren, die Jungs unseres Interesses. Auf keinen Fall durfte passieren, dass wir im gleichen Outfit los zogen. Wir peinlich. Da wäre doch gleich die Lästerei losgegangen. Schaut doch, die Zwillinge! Wir fühlten uns zwar irgendwie als solche, denn in der Schule saßen wir natürlich nebeneinander, nach der Schule telefonierten wir den restlichen Nachmittag miteinander, oder wir besuchten uns gegenseitig. Aber aussehen wie Zwillinge wollten wir dennoch nicht.

Aber zurück zur Schule. Gelernt habe ich immer wenig. Am Abend vor der Klausur saß ich dann allerdings ewig lange im Bett und büffelte. Mein Glück ist, dass ich mir die Seiten (also das, was da geschrieben steht) vor meinem inneren Auge aufrufen kann. Somit las ich in einer Klausur im Buch (in Gedanken).  Einzig und alleine in Mathematik klappte das nicht. Ab dem Kapitel „Analysis“ war bei meinem mathematischen Verständnis „Schicht im Schacht“. Ab diesem Moment las ich nur noch folgendes:

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Meine Eltern wollte mein Unverständnis zuerst nicht einsehen. Ich hatte während meiner Gymnasialzeit mehrere Nachhilfelehrer, die an mir verzweifelt sind. Im Abitur wählte ich Mathematik als mündliches Fach. Das war sehr weise, denn außer einem Achsenkreuz mit der Bezeichnung X und Y war an diesem Tag nichts weiter bei mir zu „holen“. Meine Mathelehrerin muss mit dem Prüfer gesprochen haben, denn ich bekam für diese „Glanzleistung“ doch tatsächlich noch 3 Punkte, was einer 5+ entspricht.

Apropos Abitur. Meine arme Mutter muss kurz vor einem Herzinfarkt gestanden haben, weil ich (wie gehabt) mit allem anderen beschäftigt war, nur nicht mit lernen. Genau eine Woche vor den schriftlichen Prüfungen setzte ich mich endlich an den Schreibtisch. Von morgens bis abends. Ich habe das Abitur mit der Note „befriedigend“ bestanden. Sicherlich, das ist keine besonders gute Note, aber das war mir damals egal.

Ich wusste vor dem Abitur nicht, welchen Beruf ich erlenen sollte und nach dem Abitur auch nicht. Meistens scheiterte meine Wahl des gewünschten Studiums daran, dass ich irgendwann während dieser Zeit einen „Matheschein“ zu schaffen hätte. Da mir bewusst war, dass dieses durchaus das „Aus“ für mich bedeuten könnte, ließ ich die Finger davon. Aus heutiger Sicht denke ich, es war ein Fehler. Nicht alle Studenten des Faches Medizin oder Psychologie waren Mathegenies und schafften den Studiengang dennoch. Ich hätte mal den Mut haben sollen, es zu versuchen. Vermutlich wäre ich dann heute in der Rechtsmedizin zu finden oder als Profiler auf Verbrecherjagd  tätig.

Stattdessen folgte ich Papas Ratschlag, der da hieß:“ Eine kaufmännische Ausbildung schadet nie“. Ich bekam einen Ausbildungsplatz als Industriekauffrau bei der damaligen Südmilch AG in Stuttgart. Meiner Geburts- und langjährigen Heimatstadt. Hat Spaß gemacht. Die Ausbildung war abwechslungsreich. Und wisst ihr was, ich habe gelernt. Von Anfang an. Es war toll, gute Noten zu bekommen. Mein Ehrgeiz war erwacht. Keine Note schlechter als „ 2“ war mein Ziel. Hat nicht ganz geklappt. An Informatik biss ich mir dann doch die Zähne aus. Da reichte es nur zu einer „3“. Dennoch schloss ich die Ausbildung mit 1,… ab. Damit war ich zufrieden.

Meine Eltern fragten sich zu Beginn meines Streberdaseins, ob ich“ krank“ sei? Sie konnten es nicht begreifen, dass ich freiwillig über den Büchern saß. Ich auch nicht! Vermutlich lag es einfach daran, dass mit knapp zwanzig die Vernunft langsam durch kam. Ich ging zwar immer noch mit Ulla jedes Wochenende aus, aber die Prioritäten setzte ich anders.

Äußerlich betrachtet bin ich eine Frau, die 1,76 m groß und schlank ist. Als junges Mädchen, Jugendliche und junge Erwachsene war ich eher dürr. „Du siehst aus wie ein Kind aus Eritrea“ meinte meine Schwester Pia irgendwann damals einmal zu mir. Das lag nicht daran, dass ich wenig aß, sondern weil ich einen sehr guten Stoffwechsel besitze. Was oben durch den Mund rein kommt, wird ausgewertet und anschließend „verbrannt“. Keine Chance, Fettpölsterchen anzulegen. Damit hatte sogar der Oberarzt bei meiner Bauchnabel OP nach meiner zweiten Schwangerschaft zu kämpfen, weil er (wie er meinte), nicht wusste, wo er das Fadenende versenken sollte. Vor der Geburt meiner Kinder trug ich Kleidergröße 36, heute ist es 38.

Die schlanke Figur verhalf mir allerdings während meiner Schulzeit dazu, zwei Jahre lang als Model zu arbeiten. Neben der Schule. Da blieb natürlich für einen Auftrag eher die Schule  links liegen, als der Laufsteg für eine Klausur. Alles war prima, bis  meine Mutter mir eines Tages mit einem so genannten „Blauen Brief“ entgegen kam. Darin stand, dass ich im ersten Halbjahr der 13. Klasse gerade einmal  27% des gesamten Unterrichtes anwesend war. Oder anders gesagt: ich glänzte durch 73%ige Abwesenheit. Das fand meine Mutter überhaupt nicht lustig. Mein Gymnasialdirektor auch nicht. Ich bekam Attest-Pflicht aufgebrummt. Für jedes weitere Fehlen ein ärztliches Attest. Da war Schluss mit Lustig. Ab diesem Tag war ich wieder nur Schülerin und gelegentlich in den Ferien ein „wandelnder Kleiderständer auf dem Catwalk“. Immerhin brachte mir diese Story einen Artikel in der Abi-Zeitung ein. Überschrift:“ Mia Bruckmann, das Teilzeit-Fotomodel mit müllorangefarbenem BMW“.

Haarfarbe blond. Früher Ellenbogenlang, heute nur noch bis zur Schulter.

Von meinen Eltern wurde ich dazu erzogen, meine Meinung zu äußern. Als kleines Mädchen war ich nämlich sehr schüchtern und traute mir nicht viel zu. Da war es bereits eine Qual, wenn ich sonntags die Frühstücksbrötchen ALLEINE vom Bäcker nebenan holen sollte. Aber ich wurde größer, und damit wuchs mein Selbstbewusstsein.

Als ich ca. 13 Jahre alt war, hatte ich eine verbale Schlagfertigkeit in Perfektion entwickelt. Zum Leidwesen meiner Umwelt.

 Als Pubertierende hatte ich tatsächlich zu allem und allen etwas zu sagen. Zur Freude meiner Mitschüler. Ich war sehr beliebte Klassensprecherin. Ich hörte mir die Belange meiner Klassenkameraden geduldig an und  vertrat diese dann gegenüber der Lehrerschaft. Ich sage es euch, da gab es so manche „Wortschlacht“.

Meine Argumentationswut bekamen auch meine Eltern zu spüren. Besonders meine Mutter. Diese Gabe, oder auch für andere dieser Fluch, behalte ich bis heute bei. Soll heißen, wer sich mit mir verbal anlegt, zieht meistens den Kürzeren. Mein Philipp kann ein Lied davon singen. Pia, meine Schwester, betitelt mich in regelmäßigen Abständen als Primadonna oder Zicke.

Diva trifft es meiner Meinung nach besser, denn ich bin eher eine Frau, die durch besondere Empfindlichkeit auffällt. Ich bin ein wenig ein launischer Mensch. Es reicht, dass zum Beispiel mein Mann unachtsam in seiner Wortwahl ist, und schon haben wir einen handfesten Ehestreit.

Dennoch hat diese Wortgewandtheit auch sein Gutes. Ich spiele sehr gerne mit der Sprache, was mir unter anderem, zu einem ausgefallenen Schreibstil verholfen hat.

Ich persönlich schiebe meine Gefühlsschwankungen ja auf mein Sternzeichen. Da bin ich nämlich waschechter Krebs. Ich schwelge als typische Krebs-Frau in den Tiefen meiner eigenen Seelenlandschaften. Ich besitze eine fragile innere Bilderwelt. Diese schütze ich gegen die Härten des Lebens, indem ich mir einen sprichwörtlichen Schutzpanzer zugelegt habe – ich rede (und wenn es sein muss jemanden  „in Grund und Boden“).  

Somit bin ich beruflich eher als „Einzelgängerin“ einzustufen, da mir meine Erfahrungen aus der Vergangenheit gezeigt haben, dass ich speziell in Teams, die überwiegend aus Frauen bestehen, anecke. Meine amtlich bescheinigte Intelligenz und  die damit verbundene sehr guten Auffassungsgabe weckten so manch einen „Neider“ aus dem Dornröschenschlaf. Als ich zum Beispiel nach meiner kaufmännischen Lehre als Frischling in einem anderen Unternehmen tätig wurde, die Südmilch AG wurde damals von einem Konkurrenten aufgekauft, bekam ich sehr bald nach der Einarbeitungszeit signalisiert, dass ich Chancen hätte, einen Abteilungsleiter Posten zu übernehmen. Da trat mir eine Kollegin mit Vehemenz entgegen, da diese seit Jahren davon träumte, diesen Posten zu besetzen. Gemäß dem Sprichwort:“ Der Klügere gibt nach“ ließ ich mich nach anfänglichem Streit versetzen und bekam so meine eigene Aufgabe zugeteilt.   

Als weitere typische Kennzeichen besitze ich Krebslein eine unerschöpfliche Phantasie. Ich zeichne mich durch Kreativität und Einfallsreichtum aus. Ab und an entwickle ich eine durchaus beeindruckende Virtuosität was sich zum Beispiel damals bei mir im Kunstunterricht niederschlug.

Ich besitze eine extrem ausgeprägte Empathie. Das bedeutet, ich bin unter anderem ein unheimlich guter Zuhörer. Kein Wunder, dass ich letztendlich Diplom Sozialpädagogin wurde, oder?

Außerdem besitze ich eine exzellente Beobachtungsgabe und Intuition. Eigentlich könnte ich mich als menschlicher Lügendetektor bei entsprechenden Stellen anbieten, denn ich kann spüren, wenn jemand nicht die Wahrheit sagt, selbst wenn sich die entsprechende Person nicht mit mir im selben Raum befindet. Eine fast „unheimliche“ Gabe ist das, die ich besitze.

Nicht selten konnte ich auch bereits gewisse Ereignisse vorhersehen. So zum Beispiel, dass mein zweites Kind im Mutterleib die Nabelschnur um den Hals trug. Ich bestand deshalb auf einen vorzeitigen Kaiserschnitt in der 38. Schwangerschaftswoche, der meinem Kind vermutlich das Leben gerettet hat.

Ja, auf mein „Bauchgefühl“ kann ich mich zu 100% verlassen. Ich messe zum Beispiel das Fieber bei meinen Kindern zuerst mit der Hand. Dann nenne ich die Temperatur und messe anschließend mit dem Thermometer nach. Das ist bei uns so eine Art Spiel geworden. Meistens liege ich richtig. Ab und zu um 0,1 Grad daneben.

Was vermutlich niemand bei mir vermutet sind meine beiden nach außen hin nicht sichtbaren Tattoos. Stechen ließ ich mir selbige mit 21 bzw. 23 Jahren. Ich wählte bewusst Stellen aus, die es mir vorbehalten, ob jemand mein Tattoo sieht oder nicht. Bereits damals dachte ich daran, dass aus mir jungen auch irgendwann eine ältere oder gar alte Frau werden wird. Da ist die Haut, oder besser gesagt das Bindegewebe, nicht mehr gar so fit, und ein Tattoo sieht hässlich aus.

Ich war damals gewiss eine der wenigen Frauen, die ein Tattoo hatten. Das war etwas Besonderes. Bis ich mir eines stechen ließ vergingen Jahre. Als ich mich dann dazu entschlossen habe suchte ich mir ein Studio aus, das einen guten Ruf hatte. Da schaute ich mir zuerst einen Tag lang alles an. Ich befragte die Kundschaft und durfte beim Stechen sogar teilweise zusehen.

Am nächsten Tag fügte ich mich ebenfalls in die lange Reihe der Wartenden ein. Alles so harte Rocker Typen. Die meisten kamen mit Motorrad. Die schauten natürlich nicht schlecht, als ich zartes blondes Püppi  auftauchte. Einer von den Herrschaften fragte mich, was ich da wolle. Hier sei kein Schönheitssalon sondern ein Tattoo-Studio.  Tja, da ist er an die Falsche geraten. Mit wenigen scharf überlegten verbalen Schachzügen war der Typ mundtot. Er nervte mich nach geraumer Zeit allerdings mit Sätzen wie: “ Das traust du dir doch eh nicht“ oder „Mädi, das tut weh“ weiter. Ich schnauzte ihn deshalb zuletzt an, er könne ja gerne warten bis ich dran war. Und tatsächlich, der hat mit mir den gesamten Morgen da gesessen bis mein Tattoo fertig war. Dann war er still. Er neigte seinen Kopf und verabschiedete sich mit dem Wort: “Madame!“.

Mit 21 wohnte ich nicht mehr zuhause bei meinen Eltern, sondern mit Pia in einer eigenen Wohnung. Mein Vater hatte noch die Angewohnheit bestimmt drei Mal pro Woche anzurufen, um zu fragen, ob bei uns alles okay sei. Damals fand ich es furchtbar lästig. Aus heutiger Sicht weiß ich, ich werde gewiss nicht anders sein!

So auch an jenem Tag, als ich mir das Tattoo stechen ließ. Pia war über das Wochenende mit Studienkollegen weg gefahren. Mia alleine zuhause. Da rief mein Vater fast stündlich an. An jenem Morgen erreichte er mich allerdings nicht, da ich ja lange im Studio warten musste, bis ich endlich an der Reihe war. Zurück zuhause angekommen qualmte bereits der Anrufbeantworter. Ich konnte förmlich miterleben, wie die Sorge von Anruf zu Anruf gewachsen war. Also rief ich Papa natürlich gleich zurück.

Er wollte postwendend wissen, wo ich denn so lange gewesen sei. Ich sagte:“ Papa, du musst dich jetzt erst einmal hinsetzen. Denn ich habe eine lebensverändernde Entscheidung heute getroffen“. „Mein Gott Kind, was ist passiert?“ schallte es mir entgegen. „Papa“ sagte ich „ich habe meinen Körper verändert“. „Du warst schwanger?“ ächzte es mir ins Ohr. Hä, wie kommt man denn auf so eine Aussage, wenn man hört, der Körper wurde verändert? „Nein! Papa entspann dich! Nix schwanger! Tattoo!“. Es dauerte ein paar Sekunden, bis mein Vater diese Informationen verarbeitet hatte. „Tattoo. Ja was denn?“ fragte er mich dann. „Du darfst mir nicht böse sein“ sagte ich. „Mach es doch nicht so spannend. Allzu schlimm wird es ja wohl nicht sein“ erwiderte er etwas gereizt. „Okay. Papa, ich trage nun einen 30 cm großen Totenkopf auf meinem Oberschenkel, in dessen Kopf ein Messer steckt. Das soll mir gegen Liebeskummer helfen“. „Waaaaas?“ schrie er „ich bin sofort da!“. Dann knallte er den Hörer auf die Gabel. Wenige Minuten später klingelte es bei mir an der Haustüre Sturm. „Wo? Lass sehen! Sofort! Wo ist das Tattoo?“ kam Papa brüllend und schnaufend die Treppe hoch gehetzt. Ich lächelte ihn an. „Entspann dich, bitte“. Dann zog ich mein Hosenbein hoch  und präsentierte ihm mein Tattoo. Eine süße kleine, mit schwarzer Tinte gestochene, Comic Katze zierte (bis heute) meine gebräunte Haut. „Mia, du Aas!“ fauchte er mich lachend an und zog mich in seine Arme. „Die sieht ja süß aus. Steht dir“ folgte. Er griff zum Telefon. „Schatz, alles gut. Mia hat uns verarscht. Sie hat ne Katze stechen lassen. Sieht süß aus“ informierte er meine Mutter.

Um lustig zu sein bedarf es bei mir keinerlei Aufputschmittel. Soll heißen, ich rauche nicht, trinke keinen Alkohol und Drogen habe ich auch noch nie ausprobiert. Ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass sich das in Zukunft auch nicht ändern wird!

Nette Leute und lustige Stimmung reichen, dass ich fröhlich bin. Ich lache gerne und knüpfe rasch Anschluss. Früher war ich allseits beliebte „Fahrerin“. Freunde, die damals etwas zu viel Bier getrunken hatten fragten mich häufig, ob ich sie später nach Hause fahren könnte. Kam darauf an wer fragte, aber meistens tat ich es mit Freude. Im Gegenzug wurde ich dafür den restlichen Abend zu Essen und Trinken eingeladen, denn umsonst „ist der Tot“.

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Eigentlich könnte ich euch noch von meinem Leichtathletik Talent berichten, das zwar erkannt aber nicht gefördert wurde, weil Mama die klassische Mädchenerziehung bevorzugte. Über das Autofahren könnte ich schreiben und meine Tierliebe. Ich fabriziere gerne Filzpuschen oder Boshi Mützen. Mir ist ständig kalt. Ich lese gerne und träume davon, ein eigenes Buch zu schreiben….

Aber das würde den Rahmen sprengen. Meine Kolumne würde zu lang werden. Deshalb folgt in absehbarer Zeit „About Me! Vol. 2“.

 

So, aber nun bist du dran! Charakterisiere dich in drei Sätzen. Was macht dich aus?

Ich freue mich auf deine Antwort!  

 

 

 

 

 

 

 

5 comments on “About Me!

  1. Ui, das ist ein sehr langer Post. Erstmal super geschrieben wie immer. Tolle Einblicke in dein Ich-Sein. Das hat mir echt gefallen. Und nun zu deiner Frage:
    Ich bin ein Perfektionist. Alles muss perfekt sein und manchmal sitze ich so lange an einer Sache, bis es wirklich passt, selbst wenn es schon nachts ist und mir die Augen zu fallen. Ich arbeite dann unermüdlich. Es muss einfach perfekt sein.
    Ich bin nicht sehr groß, wie du weißt und ich war immer die Kleinste und so hatte ich und habe ich die große Klappe. Ich muss mich ja irgendwie bemerkbar machen, lach.
    Auf mich kann man sich immer verlassen. Sagen zumindest die anderen. Das Problem ist, dass man dadurch auch schnell ausgenutzt wird. Ich muss echt lernen NEIN zu sagen.
    So nun ab mit meinem Kommentar, damit er noch in der Zeit liegt, denn wer möchte keinen tollen Gutschein von Douglas gewinnen.
    Ich drück dich <3

    1. Liebe Sandra, du treue Seele, vielen Dank für deine ehrliche Antwort. Leider wird “ nett“ sein all zu öft als “ naiv“ sein gedeutet. Ich kenne das auch. Hab ein schönes Wochenende!

    1. Liebe Tanja, du hast recht, ich blubber manchmal , aber so wisst ihr wenigstens das ein oder andere von mir. Irgendwann gibt es noch eine Fortsetzung. Schön, dass du mich besucht hast. LG

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